Outdoor-Sport: Das ist wichtig bei starker Hitze und hoher UV-Belastung

16. Zeulenrodaer Kongress für Orthopädie und Sportorthopädie (ZKOS) vom 14. bis 16. August 2025

Outdoor-Sport: Das ist wichtig bei starker Hitze und hoher UV-Belastung

(Bildquelle: Bauerfeind AG)

Bewegung und Sport sind auch bei Hitze wichtig. Doch was müssen Sportler bei Extrem-Temperaturen und hoher UV-Belastung beachten? Darüber referiert Prof. Dr. Swen Malte John, Leiter der Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitswissenschaften der Universität Osnabrück, auf dem 16. Zeulenrodaer Kongress für Orthopädie und Sportorthopädie (ZKOS).

„Grundsätzlich ist die UV-Belastung in unseren Breiten mit 85 Prozent zwischen 11 und 16 Uhr am höchsten. An manchen Tagen gilt für die Hitze-Ausbreitung Ähnliches, wenngleich die Infrarotstrahlung insgesamt durchaus anders über den Tag verteilt ist. Dieser Zeitraum ist für eine sportliche Betätigung tunlichst zu vermeiden“, sagt Prof. John. Selbst im Schatten gibt es noch einen gewissen Grad an UV-Streustrahlung.

Besser ist es, den Sport früh morgens oder am Abend in den Tagesablauf zu integrieren. An Extremtagen (ab 25 Grad und ab einem UV-Index von 3) ist ein Lichtschutz unabdingbar. Unter dünner, atmungsaktiver Kleidung sollten sich Sportler mit einem Sonnenschutz von 50+ einreiben.
Wichtig ist auch eine Kopfbedeckung mit Nacken- und Ohrenschutz. Zusätzlich gilt es, sehr viel zu trinken. Selbst bei einer Walking- oder Joggingrunde von einer bis anderthalb Stunden sollte dann die Wasserflasche dabei sein. Außerdem müssen hinterher gezielt die Elektrolytverluste ausgeglichen werden. Jeder muss selbst auch auf seine Vorerkrankungen und individuellen Probleme mehr als sonst achten.
Besonders betroffen sind lange Ausdauersportarten, wie Laufen, Radfahren, Triathlon. Aber auch im Tennis und beim Fußball ist die Hitze-Prävention unerlässlich. Beim Schwimmen ist zu beachten, dass die UV-Strahlung auch durch die Wasseroberfläche dringt.

Bei starkem Schwitzen und einer Dusche nach dem Sport, sollte sich jeder anschließend eincremen und seine Haut auf diese Weise rückfetten. Dies ist wichtig, um eine gesunde Hautbarriere zu erhalten und Infektionskrankheiten zu vermeiden. Haut-Infektionen, wie verschiedene Pilzarten und bakterielle Infektionen sind bei Sportlern in der warmen Jahreszeit nach starkem Schwitzen nicht selten.

Jedes Jahr 10 Prozent mehr Hautkrebserkrankungen – Es gibt keine gesunde Bräune

Nicht zuletzt beugen diese Maßnahmen auch dem Hautkrebs vor. Jedes Jahr gibt es in Deutschland einen Zuwachs von rund 10 Prozent an Hautkrebserkrankungen. Die UV-Strahlung in Deutschland wird messbar höher und hat sich in den letzten 30 Jahren verdoppelt.
John: „Während in den 90er Jahren in Deutschland noch 130 Standard Erythem Dosen (SED; 1SED=100 J/m²) pro Jahr auf einen Menschen wirkten, sind es jetzt 260 SED“. Selbst bei voller Bewölkung kommen im Schnitt noch 70 Prozent der UV-Strahlen durch. Erste Rötungen sind dringende Vorboten. Es gibt keine gesunde Bräune, so der Experte, wenn der Körper braun wird, signalisiert er damit, dass er mit gefährlicher Strahlung beschossen wird.
Und John geht sogar noch einen Schritt weiter: „Die braun gebrannte Schönheitskönigin von heute ist die Backpflaume von morgen.“ Denn kollagene und elastische Fasern der Lederhaut werden zunehmend zerstört, eine schnellere Faltenbildung setzt ein. Langfristig droht insbesondere heller Hautkrebs bei chronischer UV-Exposition: das Plattenepithel- und Basalzell-Karzinom.

Schulsport auf vor 11 Uhr verlagern

Prof. John plädiert dringend dafür, den Schulsport bei solchen Extrem-Wetter-Lagen in die Morgenstunden zu verlagern. Und auch Manager und Verantwortliche von Sportveranstaltungen sollten für ihr Event die fünf Stunden zwischen 11 und 16 Uhr bei solchen Bedingungen meiden, so der GOTS-Experte.

Die trinationale (Deutschland, Österreich, Schweiz) Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) ist der größte europäische Zusammenschluss von Sportorthopäden und Sporttraumatologen. Sie ist erster Ansprechpartner in der Versorgung von Sportverletzungen und Garant für Qualität in der sporttraumatologischen Versorgung. Ihr Ziel ist es, das Verständnis von sportlicher Belastung und Verletzungen zu verbessern, um die muskuloskelettale Funktion und Lebensqualität zu erhalten. Dafür fördert die GOTS die Aus-und Weiterbildung, die Forschung sowie den internationalen Austausch unter sportorthopädisch und sporttraumatologisch tätigen Medizinern und Berufsgruppen angrenzender Fachgebiete.

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Verletzungen und Überlastungsschäden im Volleyball und Beachvolleyball

Zeulenrodaer Kongress für Orthopädie und Sportorthopädie (ZKOS) vom 14. bis 16. August 2025

Verletzungen und Überlastungsschäden im Volleyball und Beachvolleyball

(Bildquelle: Bauerfeind AG)

Rund 437.000 Menschen spielen in Deutschland im Verein aktiv Volleyball. Und: in kaum einer anderen Sportart ist das Gleichgewicht zwischen Frauen und Männern so ausgeglichen wie hier. Trotz Prävention kommt es häufig zu Verletzungen und Überlastungen von Bändern, Sehnen, Gelenken. Welche jeweils besonders typisch für Volley- oder Beachvolleyball sind, darüber referiert Dr. Reinhard Schmidt, Orthopäde und Sportmediziner, Ordination Baden bei Wien, auf dem 16. Zeulenrodaer Kongress für Orthopädie und Sportorthopädie (ZKOS).

„Wegen der engen Interaktion am Netz ist beim Hallen-Volleyball am häufigsten das Sprunggelenk betroffen. Die Spieler knicken oft um, die Folge sind Bandverletzungen wie Zerrungen oder gar Bänder-Risse“, so Dr. Schmidt.
Außerdem kommt es im Hallenvolleyball zu relativ viele Fingerverletzungen. Vor allem beim Block aber auch bei der Verteidigung von oben besteht ein Risiko. Der harte Aufprall des Balles oder der Gegnerkontakt hinterlässt Kapselbandverletzungen bis hin zu Frakturen.

Im Beach-Volleyball hingegen, wo nur zwei gegen zwei Spieler antreten, gibt es weniger Kontakte am Netz. „Hier sehen wir dafür anteilsmäßig mehr Knieverletzungen und Knieüberlastungen“, sagt der Experte. Oft sind es das vordere Kreuzband oder die Seitenbänder bei akuten Verletzungen und das sogenannte „Jumpers Knee“ als Überlastung des Knies. Ein Grund dafür kann unter anderem der weichere Untergrund (Sand) sein, in welchem das Knie „stehenbleibt“, während der Körper weiter rotiert.

Eine zweite Baustelle im Beachvolleyball sind Überlastungen der Schultern. Der Bizepssehnen-Anker kann wegen der hohen Intensität an Angriffsschlägen beim Beachen durch Überlastung einreißen. Davon sind alle Altersgruppen bei den Athleten gleichmäßig betroffen.
Während die Verletzungen im Hallen-Volleyball an Sprunggelenk und Fingern meist konservativ behandelt werden können, muss bei Knie- und Schulterverletzungen im Beachvolleyball oft operiert werden, um die besten Ergebnisse zu erzielen.

Insgesamt ist die Literatur leider uneinheitlich, aber pauschal und aus Erfahrung betrachtet treten die meisten Verletzungen nicht bei Anfängern und auch nicht bei Profi-Spielern auf, sondern, so Schmidt, bei „eher übermotivierten Halbprofis“.

Eine Prävention in Form von Tapes, Bandagen und speziellen Übungen wirkt für Sprunggelenk, Knie und Finger hervorragend. Schulterüberlastungen hingegen kann man kaum vermeiden. Reinhard Schmidt: „Die Schulter ist für diese Belastung eben nicht gemacht.“

Zum Kongress (https://www.zkos.de/)

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Prof. Dr. Christian Fink (Österreich) ist GOTS-Sportarzt des Jahres 2025

Prof. Dr. Christian Fink (Österreich) ist GOTS-Sportarzt des Jahres 2025

Die Auszeichnung „Sportarzt des Jahres“ wird jährlich von den Verbandsärzten Deutschland e.V. und der GOTS auf dem Jahreskongress der GOTS verliehen. Das Vorschlagsrecht steht dem Vorsitzenden der Verbandsärzte, dem Präsidenten und den Vizepräsidenten der GOTS zu. Vorschläge können auch Sportärzte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie das Präsidium der „Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention“ einreichen. Über die Auszeichnung als „Sportarzt des Jahres“ entscheidet der Vorstand der GOTS mit einfacher Mehrheit.

Der „Sportarzt des Jahres“ muss einige Voraussetzungen erfüllen: unter anderem die kontinuierliche Betreuung einer Nationalmannschaft einer olympischen Sportart als Verbandsarzt bei Europameisterschaften, Weltmeisterschaften und/oder Olympischen Spielen, absolute Zuverlässigkeit in Sachen Antidoping, aktiver Einsatz im betreuenden Verband zur Vermeidung von Sportverletzungen und Sportschäden, strikte Einhaltung einer ethisch sauberen Medizin sowie überdurchschnittliche Kenntnisse und Fähigkeiten auf dem Gebiet der praktischen Sportmedizin.“

In diesem Jahr erhält Prof. Dr. Christian Fink (Österreich) diese Auszeichnung.

Sein Werdegang führte ihn von Oberösterreich über Innsbruck unter anderem nach Vail, Pittsburgh, Melbourne und Perugia. Früh suchte er die besten Mentoren der Welt – und wurde selbst zu einem. An knapp 200 Originalarbeiten, darunter Schlüsselstudien zur Kreuzbandrekonstruktion, zur Rolle der Quadrizepssehne, zur MPFL- und Meniskuschirurgie, zur Rückkehr in den Leistungssport nach schwerer Verletzung und vielen weiteren Themen hat er maßgeblich mitgewirkt. 30 Buchbeiträge verfasst und über 400 Vorträge gehalten.

Seine größte Leistung liegt darin, dass er es geschafft hat, eine Brücke zu schlagen: zwischen Spitzensport und klinischer Versorgung, Grundlagenforschung und OP-Saal, Reha-Strategie und Return-to-Sport-Diagnostik. Fink versteht Operieren nie als Selbstzweck, sondern als Teil eines Ganzen – mit einem klaren Bekenntnis zur Ethik und interdisziplinären Rehabilitation.

Christian Fink sagt: „Ich sage meinen Patienten: Die Operation macht vierzig Prozent aus, das ´Danach´ sechzig.“

Dieses Zitat zeigt klar seine Haltung: Für ihn beginnt Erfolg nicht im OP und endet dort auch nicht. Erfolgreiche Behandlung, insbesondere im Spitzensport, heißt: verstehen, begleiten, abfangen. Und manchmal auch ehrlich sein. Er ist einer, der sich traut, offen über die Schattenseiten der Sportmedizin zu sprechen. Über den Druck, die Erwartungshaltung und als Arzt selbst im Rampenlicht zu stehen. Und darüber, wie wichtig es ist, nicht nur die Verletzung, sondern den Menschen dahinter zu sehen.

Christian Fink ist ein Arzt, der in der Champions League des internationalen Spitzensports mitarbeitet – und der dabei die Füße am Boden behält. Ein Arzt, der sich nicht nur mit Skalpell, sondern auch mit Sprache einsetzt – als Lehrer an zwei Universitäten, als Betreuer dutzender Dissertationen, als Kongresspräsident und als Präsident bzw. Repräsentant diverser internationaler Gesellschaften.

Mit seiner Innsbrucker Gemeinschaftspraxis „Gelenkpunkt“ gemeinsam mit der Privatklinik Hochrum hat er ein internationales Modell für moderne Sportmedizin geschaffen und mit der Gründung der „OSMI-Stiftung“ Forschung und Prävention neu gedacht.
Seine Arbeit ist geprägt von fachlicher Exzellenz, internationaler Strahlkraft – und einer großen Nähe zum Menschen. Sein Einsatz steht für das, was Sportmedizin bedeutet!

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Nahrungsergänzungsmittel im Sport – sinnvoll oder nicht?

40. GOTS Kongress, 15.-17. Mai 2025, Donauuniversität Krems

Nahrungsergänzungsmittel im Sport - sinnvoll oder nicht?

(Bildquelle: Pixabay)

Die Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) ist im Breiten- und Spitzensport weit verbreitet. Bei den meisten ist die wissenschaftliche Evidenz für den Nutzen im Sport unzureichend. Zahlreiche Fachgesellschaften empfehlen zur Gesundheitsförderung und Leistungsoptimierung „Food first-Strategien“, d.h., eine an Training- und Wettkampfbelastungen angepasste, ausgewogene Ernährung. In spezifischen Situationen kann nach gründlicher Risiko-Nutzen-Analyse der Einsatz bestimmter NEM dennoch sinnvoll sein (Food first, but not always food only). In welchen individuellen Situationen ein Einsatz Sinn macht und worauf dabei zu achten ist, darüber referiert PD Dr. Oliver Neubauer, Forschungsbereichsleiter „Sporternährung mit physiologischer Ausrichtung“, Department für Ernährungswissenschaften, Universität Wien und Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität für Weiterbildung Krems auf dem 40. GOTS-Kongress. Der hochkarätige Kongress findet vom 15. bis 17. Mai an der Donau-Universität Krems statt.

„Eine gute fachliche Evidenz haben je nach Art und Intensität des Sports und in jeweils sportartspezifischen Situationen Sportgetränke, kohlenhydrat-reiche Energieriegel, Gels und Proteinsupplemente, Eisen, Multivitamine, Vitamin D und Probiotika“, so Neubauer.
Diese Produkte sichern den Bedarf an Energie, Kohlenhydraten und Flüssigkeit unmittelbar vor und während intensiver und langer Ausdauerbelastungen, wie z.B. einem (Halb-)Marathon. Bei einer Belastungsdauer von 45 bis 75 Minuten reichen für eine leistungsfördernde Wirkung bereits geringe Mengen an Kohlenhydraten. Bei einer Belastungsdauer ab einer Stunde bis zweieinhalb Stunden wird eine Zufuhr von 30 bis 60 Gramm Kohlenhydraten pro Stunde empfohlen, ab zweieinhalb Stunden 60 bis 90 Gramm pro Stunde. Energieriegel sollten Kohlenhydrate in leicht verdaulicher und schnell absorbierbarer Form enthalten. Bei extremen Belastungen, unter Hitzebedingungen und bei hohen Schweißverlusten sollte jeder auf die Beigabe von Natrium in Sportgetränken achten.

Proteinsupplemente

Proteine (Eiweiße) sorgen nach dem Training für die Neubildung körpereigener Proteine als molekulare Basis für Anpassungen an Kraft- und Ausdauertraining. Grundsätzlich kann ein trainingsbedingter Mehrbedarf von 1,2 bis 2 Gramm Proteinen pro Kilogramm Körpergewicht (abhängig von der Trainingsgesamtbelastung) sehr gut über eine geeignete Zusammenstellung natürlicher Lebensmittel abgedeckt werden. Dies gilt auch für die empfohlene Zufuhr von 20 bis 30 Gramm hochwertigen Proteinen in der unmittelbaren Regenerationsphase nach intensivem Training, um die muskuläre Proteinneubildung zu optimieren. Proteinsupplemente bieten keinen physiologischen Vorteil im Vergleich zu Lebensmitteln.

Mikronährstoff-Supplemente

Zu möglicherweise kritischen Mikronährstoffen in sportartspezifischen Situationen zählen Eisen, Calcium, Natrium und Vitamin D. Potenzielle Ursachen für eine Unterversorgung sind sportassoziierte Verluste (z.B. über den Schweiß), ein trainingsbedingter Mehrbedarf (z.B. durch einen gesteigerten Energieumsatz), und sportartspezifische Ernährungsweisen (z.B. in Phasen der Gewichtsreduktion).
Ein möglicher sportbedingter Mehrbedarf bei Mineralstoffen und Vitaminen ist schwierig zu bestimmen. Allerdings kann auch ein theoretischer Mehrbedarf im Bereich von ca. 100 bis 200 Prozent der Referenzwerte für die Allgemeinbevölkerung in der Regel sehr gut durch eine ausgewogene und energiebilanzierte Ernährung erreicht werden. Multi-Vitamin-/Mineralstoff-Präparate machen nur in bestimmten Situationen Sinn und es muss auf eine „physiologische“ Dosierung geachtet werden.

Einen möglichen Nutzen, aber noch unzureichend erforscht, bieten isolierte Polyphenole, Kollagen-Protein, Carnitin und Fischöl.
Keinen gesicherten Nutzen haben dagegen Magnesium, Beta-Hydroxy-beta-Methylbutyrat (HMB) und Verzweigkettige Aminosäuren (BCAAs)/Leuzin.

Fazit

Sowohl für den Breiten- als auch für den Spitzensport bietet eine ausgewogene Lebensmittelauswahl ein enormes Potenzial. In den letzten Jahren wurden zahlreiche lebensmittelbasierte Empfehlungen für eine an Trainingsbelastungen angepassten Ernährung entwickelt und validiert. Anschauliche Beispiele sind die Lebensmittelpyramide für Sportler und Sportlerinnen der Swiss Sports Nutrition Society (SSNS) oder „The Athlete“s Plate“. Für alle Freizeitsportler gilt: NEM sind nur sinnvoll in Situationen, in denen die bedarfsdeckende Aufnahme von Energie, Nährstoffen (besonders Kohlenhydrate) und Flüssigkeit in Form von „natürlichen“ Lebensmitteln nicht praktikabel ist. Oder bei einem klinisch diagnostiziertem Nährstoffmangel.

Zum Kongress (https://gots-kongress.org/programm/)

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Walken – Joggen – Marathon: Welche Laufschuhe sind für Gelenke und Wirbelsäule die besten?

Zeulenrodaer Kongress für Orthopädie und Sportorthopädie (ZKOS) vom 29. bis 31. August 2023

Walken - Joggen - Marathon: Welche Laufschuhe sind für Gelenke und Wirbelsäule die besten?

13. Zeulenrodaer Kongress für Sportorthopädie (Bildquelle: Bauerfeind AG)

Langstrecken trainiert, weiß, wie wichtig der richtige Laufschuh ist. Nicht wenige Läufer klagen über Knie- oder Rückenschmerzen und viele andere Beschwerden. Prof. Dr. Gert-Peter Brüggemann arbeitete lange am Institut für Biomechanik und Orthopädie der Deutschen Sporthochschule Köln. Über vier Jahrzehnte untersuchte er umfangreich die Entwicklung der Laufschuhe. Auf dem 15. Zeulenrodaer Kongress für Orthopädie und Sportorthopädie gibt er nun einen Überblick und – verrät, welches die besten Laufschuhe sind, um die Gesundheit zu erhalten.

Seit Beginn des Laufbooms um 1980 startete die Entwicklung technischer Laufschuhe mit dem Ziel, die Läufer vor Überlastungsverletzungen zu schützen. Neutrale dämpfende Sohlen wurden durch stützende, bewegungskontrollierende Schuhe ergänzt. „Nach über 40 Jahren muss konstatiert werden, dass die Wirksamkeit der entwickelten Technologien ausblieb. Die Häufigkeit von Laufverletzungen ist unverändert geblieben“, berichtet Brüggemann.

Weiterhin verletzt sich pro Jahr jeder zweite Läufer durch Bewegungen in seiner Sportart – trotz moderner Schuhe. Auch die Lokalisation der Überlastungsverletzungen zeigt keine Veränderung durch die technischen Verbesserungen. Ein Cochran Report von 2022 („Running shoes for preventing lower limb running injuries in adults“), der wissenschaftliche Arbeiten bis 2020 einschloss, berichtet zu den Kategorien der „neutralen, gedämpften“, „stützenden“ und „Barfuß“- Schuhe von fehlender oder widersprüchlicher Evidenz zur Wirksamkeit für die Verletzungsprävention.

Laufschuh-Kategorien:
-Neutral, gedämpft
-gestützt, minimalistisch (Barfußschuhe)
-maximalistisch“ (Carbon-verstärkt)
-U-Technologie

Seit 2015 erschienen neue Laufschuh-Technologien auf dem Markt mit gebogenen Mittelsohlen, mit sehr dicken, elastischen Schäumen und longitudinalen Versteifungen (Carbon Platten). Die Hersteller dieser „maximalistischen“ Kategorie gaben das Versprechen, den Komfort und vor allem die Laufökonomie und damit die Leistung zu verbessern. Über das Verletzungsrisiko bei diesen neuen Superschuhen finden sich bis heute nur Spekulationen oder Einzelfallbeobachtungen.

Erst jetzt, seit rund vier Jahren, findet sich mit der neuen „U-Technologie“ ein Konzept auf dem Laufschuhmarkt, welches das Ziel verfolgt, die Adduktions- und Torsionsmomente (Heranziehen und Verdrehen) am Knie und die Kraftrate an der Achillessehne zu reduzieren und somit das Verletzungsrisiko zu verringern.

Brüggemann: „Man muss sich die U-Technologie wie einen weichen elastischen um den Fuß herum gelegten Ring vorstellen. Sie ist dem Meniskus nachempfunden, der im Knie gestattet, die wirkenden Gelenkkräfte im Mittelpunkt des Gelenkes zu zentrieren. Der Meniskus ist hier sozusagen in den Schuh gelegt. Dadurch verlaufen die Reaktionskräfte in der Frontalebene durch Sprung- und Kniegelenk und erzeugen keine oder zumindest deutlich reduzierte frontale und transversale Drehmomente“.
Prof. Brüggemann und sein Team untersuchten 2022/2023 in kontrollierten, randomisierten, interventionellen Kohortenstudien mit über 400 Läufern über einen Zeitraum von 6 Monaten und zusätzlich mit 1700 Läufern retrospektiv über 12 Monate die biomechanische Wirksamkeit der neuen U-Technologie und der anderen drei Mittelsohlentechnologien (neutral, gestützt, maximalistisch).

Erstes Fazit: Die Belastung des Knies konnte zum Beispiel um 30 Prozent und mehr gesenkt werden und auch die Achillessehne wird deutlich entlastet. Diese Entlastung bringt eine signifikante Reduktion des Verletzungsrisikos. Während „neutrale“ oder „gestützte“ Laufschuhe gar keinen Effekt auf die Biomechanik und das Verletzungsrisiko haben, verbesserte sich bei „dicken, versteiften“ (Carbon-) Technologien mit elastisch geschäumten Sohlen zwar die Laufökonomie, allerdings nahm das Risiko zu, sich zu verletzen.

Mit der neuen „U-Technologie“ konnten die Verletzungen dagegen um ca. 50 Prozent reduziert werden, auch Rückenbeschwerden nahmen um die Hälfte ab.
Die gesamte Studie wird derzeit frisch publiziert und steht bald allen Ärzten, Trainern und Läufern in den Journals zur Verfügung.

Prof. Dr. Gert-Peter Brüggemann befasst sich wissenschaftlich seit über 30 Jahren u.a. mit der Biomechanik des Laufens und vor allem der Belastung der biologischen Strukturen bei den zyklischen Beanspruchungen. Bis 2017 (Emeritierung) war er als Professor für muskuloskelettale Biomechanik Leiter des Instituts für Biomechanik und Orthopädie der Deutschen Sporthochschule Köln. In der Zeit an der Deutschen Sporthochschule Köln führte er zahlreiche Forschungsprojekte mit den „großen“ Laufschuhmarken (Asics, Nike, Ecco, Brooks) durch. Auch nach der Pensionierung befasst er sich weiter intensiv mit den Themen Laufschuhtechnologie, biomechanische Belastungen und Laufverletzungen bis hin zur Mitarbeit bei neuartigen Technologien.

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Prof. Dr. med. Volker Schoeffl ist GOTS-Sportarzt des Jahres 2024

Prof. Dr. med. Volker Schoeffl ist GOTS-Sportarzt des Jahres 2024

(Bildquelle: Nils Lang)

Der Orthopäde, Unfallchirurg und erfolgreiche Sportmediziner Prof. Dr. med. Volker Schoeffl (Bamberg) ist zum GOTS-Sportarzt des Jahres 2024 gekürt worden. Er wurde auf dem 39. Jahreskongress der Gesellschaft für orthopädisch-traumatologische Sportmedizin geehrt.

Schoeffl erhält die Auszeichnung unter anderem für sein unermüdliches Engagement bei der medizinischen Betreuung von Spitzensportlern, vor allem im Klettersport. In dieser Sportart, die er auch selbst aktiv betreibt, hat sich der Arzt international einen Namen gemacht.

Neben seiner chirurgischen Tätigkeit als Spezialist für sportartspezifische Verletzungen der Hand und Finger im Klettersport und in der interdisziplinären Sportmedizin, übernahm Volker Schoeffl unter anderem die Leitung des Sportmedizinischen Stützpunktes im Deutschen Alpenverein und damit die Betreuung aller Nationalkaderathleten des DAV (Dt. Nationalmannschaft Sportklettern, Dt. Nationalmannschaft Skibergsteigen, Expeditionskader).
Er ist Delegierter der Deutschen Gesellschaft für Berg- und Expeditionsmedizin in der Medizinischen Kommission der UIAA (Union Internationale de l´ Association de l´ Alpinisme) und war Expeditionsleiter und Arzt mehrerer Kletterexpeditionen in Nepal, Borneo, Thailand, Laos, Burma etc.

Schoeffl übernahm in seiner bisherigen Laufbahn die sportmedizinische Betreuung vieler nationaler und internationaler Veranstaltungen, z.B. Sportklettern WM/EM in München und Erlangen, Weltcups, Deutsche Meisterschaften und viele mehr.

Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen unter anderem bei Verletzungen und Überlastungserscheinungen bei Sportkletterern, der Leistungsdiagnostik im Sportklettern und Skibergsteigen und bei den Risiken kindlichen Leistungskletterns.
Darüber hinaus leistet er unermüdliche Aufklärungsarbeit im Bereich der Prävention von Sportverletzungen, u.a. durch Buchveröffentlichungen, Artikel und Vorträge .

Einen regelrechten Paukenschlag setzte der Schöffl vor einem Jahr mit seinem Rücktritt aus der Medical Commission der IFSC (International Federation of Sport Climbing). Als Arzt wollte Schoeffl es nicht mehr mitverantworten, dass aktive Kletterer sich für Erfolge in Wettkämpfen förmlich „herunterhungern“ und so ihre Gesundheit aufs Spiel setzen. Jahrelang beriet er die Kommission, Trainer und Funktionäre zum Thema des RED-S Syndrom (Relative Energy Deficiency in Sport). Als Folge von Essstörungen, Untergewicht und maximaler Erschöpfung beinhaltet das Syndrom gravierende und langfristige gesundheitliche Folgen für betroffene Sportler – von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Unfruchtbarkeit bis hin zum Tod. Als sich im Verband keine Veränderung abzeichnete, setzte er mit seinem Austritt ein Zeichen, welches ein mediales Beben nach sich zog und Veränderungen von Reglements in der Kletterszene beschleunigte.

„Ich freue mich riesig über die Ehrung zum Sportarzt des Jahres 2024“, sagt Schoeffl. Und weiter: „Allen jungen Kollegen möchte ich mit auf den Weg geben, nach bestem medizinischem Wissen zu handeln und Haltung zu zeigen – auch wenn es manchmal viel Gegenwind gibt. Ich wünsche mir für ´meine´ Sportler, dass sie alle ihre Wettkämpfe gewinnen. Aber ich möchte ihnen später – in 20 Jahren – in die Augen blicken können, möchte, dass sie gesund sind, ihren Beruf ausüben und ihr Leben ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen gestalten können.“

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Arthrose durch Sport – Sport gegen Arthrose?

39. Jahreskongress der GOTS am 20. und 21. Juni 2024 in Nürnberg.

Arthrose durch Sport - Sport gegen Arthrose?

Eine Arthrose – der Abbau von Gelenk-Knorpel – kann grundsätzlich in jedem Alter auftreten. Mit zunehmendem Alter leiden Menschen jedoch häufiger unter einer Arthrose. Bei rund 70-80 Prozent der über 70jährigen zeigen sich Zeichen einer Gelenksdegeneration. Davon spüren rund 10-30 Prozent die Symptome wie Anlaufschmerzen, Belastungsschmerzen und im Spätstadium eine eingeschränkte Beweglichkeit. Da viele heutzutage bis ins hohe Alter Sport treiben und sich – möglichst schmerzfrei – bewegen wollen, stehen die Sportmediziner vor großen Herausforderungen. Ob der Sport das Entstehen einer Arthrose begünstigt und beschleunigt und ob man mit oder gerade gegen eine Arthrose Sport treiben sollte – darüber referiert Univ. Prof. Dr. med. Stefan Nehrer, Leiter des Zentrums für Regenerative Medizin und des Departments für Gesundheitswissenschaften, Medizin, Forschung an der Donau Universität Krems, auf dem 39. Jahreskongress der GOTS am 20. und 21. Juni 2024 in Nürnberg.

Der Gelenkknorpel besteht zu etwa 60-80 Prozent aus Wasser, zu 20-40 Prozent aus Kollagen und zu 5 Prozent aus Knorpelzellen. Durch seine viskoelastischen Eigenschaften kann der Knorpel bei Belastung und Druck Flüssigkeit abgeben, die zur Dämpfung, Gleitfähigkeit und den optimalen Schmiereigenschaften der Gelenke beiträgt.

Arthrose durch Sport

Durch Unfälle können die empfindlichen Strukturen des Knorpels, zum Beispiel durch feinste Mikro-Risse, geschädigt werden. Dies kann eine der vielen Ursachen einer beginnenden Gelenks-Degeneration sein. Insgesamt führt ein komplexes Zusammenspiel von Alter – Degeneration – und Entzündungen über einen langen Zeitraum zur Arthrose. Der Knorpelabrieb bewirkt einen Reizzustand an der Schleimhaut in den Gelenken, welcher eine Entzündungsreaktion auslöst. Durch die Entzündungen werden Enzyme freigesetzt, die das Kollagengerüst rasch zerstören.

Die Arthrose kann alle Gelenke betreffen. Für den Sport relevant ist vor allem die Arthrose im Kniegelenk sowie im Oberen Sprunggelenk, gefolgt von der Hüfte und dem Schulterbereich. Die Entstehung von solchen Gelenkdefekten wird durch Verletzungen, die im Sport häufig sind, forciert. Im Knie zum Beispiel sind dies meist Meniskus-, Kreuzband- und Knorpelverletzungen.

Um die Knorpelzelle zu ernähren, sind zyklische Belastungen mit Be- und Entlastungsphasen notwendig. Durch den Pumpmechanismus bei Belastung erfolgt die notwendige Diffusion der Nährstoffe in die Zelle. Da die viskoelastischen Fähigkeiten von Knorpel zeitlich begrenzt sind, sind jedoch Erholungsphasen notwendig. Übermäßige Belastungen wie langes Stehen oder Sitzen sind deshalb kontraproduktiv. Aber auch eine Überlastung im Sport ruft Reizzustände hervor. Diese Überlastung kann sowohl aus zu langen und schnellen Trainingseinheiten bestehen als auch aus sogenannten „high impacts“ – Sportarten mit ständigen abrupten, intensiven Richtungswechseln und Beschleunigungen. So haben beispielsweise Spitzenläufer, Profi-Fußballer, Tennisspieler ein erhöhtes Arthrose-Risiko.

Ausdauertraining mit zyklischer Belastung kann den Gelenkknorpel positiv beeinflussen, übertriebene Belastungen wirken meist negativ.

Sport gegen Arthrose

Sport und Bewegung sind aber auch ein wichtiges Mittel gegen Arthrose bzw. in der Vorbeugung (Prävention) von Arthrose. Wichtig ist eine Untersuchung durch den Sportarzt, bevor Beschwerden auftreten, um etwaige Risikofaktoren wie Beinachsen-Deformitäten und falsche Trainingspläne auszuschließen. Auch eine adäquate Anpassung bei bereits bestehenden Beschwerden kann der Arzt vornehmen.

„Die Prävention der Arthrose ist zentrales Anliegen der Sportmedizin. Das Vorhandensein von arthrosebedingten Gelenkveränderungen bedingt die Beratung in der Wahl der richtigen Sportart und vor allem auch das Weglassen von Sportarten die potenziell eine Überlastung oder Verletzung von Gelenkstrukturen mit sich bringen“, so Prof. Nehrer.
Arthrotische Gelenke sind nicht „nicht-belastbar“, sondern eingeschränkt belastbar, wobei manche zyklische Belastungsformen, sowie der Krafterhalt wissenschaftlich gesichert positive Effekte haben.

“ Sporttreiben, aber richtig“ – ist ein berechtigter Ratschlag an Patienten mit Osteoarthrose. Er trägt wesentlich zum Erhalt und der Steigerung der Lebensqualität bei und kann in diesem Kontext auch einen lebensverlängernden Effekt haben.

Geeignete Sportarten mit Arthrose:
-Wandern
-Nordic Walking
-Schilanglauf (Klassisch und Wandern)
-Gymnastik (Wasser)
-Bergwandern (Eben & bergauf)
-Radfahren, E-Bike

Die trinationale (Deutschland, Österreich, Schweiz) Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) ist der größte europäische Zusammenschluss von Sportorthopäden und Sporttraumatologen. Sie ist erster Ansprechpartner in der Versorgung von Sportverletzungen und Garant für Qualität in der sporttraumatologischen Versorgung. Ihr Ziel ist es, das Verständnis von sportlicher Belastung und Verletzungen zu verbessern, um die muskuloskelettale Funktion und Lebensqualität zu erhalten. Dafür fördert die GOTS die Aus-und Weiterbildung, die Forschung sowie den internationalen Austausch unter sportorthopädisch und sporttraumatologisch tätigen Medizinern und Berufsgruppen angrenzender Fachgebiete.

Kontakt
Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin
Kathrin Reisinger
Bachstraße 18
07743 Jena
0 36 41 / 63 89 144
www.gots.org

Für einen schnelleren Transfer von Innovationen in die Sportmedizin

Für einen schnelleren Transfer von Innovationen in die Sportmedizin

Die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) und das Unternehmen OPED GmbH intensivieren ab Januar 2024 ihre langjährige Zusammenarbeit. Als Premium Partner der GOTS wird sich OPED ab 2024 mit ihrem Wissen und Konzepten aus der Medizintechnikherstellung in die GOTS einbringen. Zum einen sollen auf diese Weise innovative Medizinprodukte und Therapiekonzepte einen schnelleren Eingang in den klinischen Alltag der Sportorthopädie finden und so die Patientenversorgung verbessert werden. Zum anderen unterstützt und erweitert OPED die modernen Aus- und Fortbildungsangebote der GOTS für angehende und praktizierende Sportmediziner. Ein ständig erweitertes Wissen auf aktuellem Stand der Forschung ist Voraussetzung für eine professionelle Betreuung der Sportler durch die Ärzte.
Als Premium Partner wird OPED Gastgeber eines völlig neuen digitalen Fortbildungsformates, der „Digital Health Conference by OPED“ sein, welches mit GOTS-Referenten gestaltet wird. Weiterhin unterstützt das Unternehmen die GOTS bei der Zertifikatsausbildung der Mediziner zum GOTS-Sportarzt. Auf dem großen Jahreskongress der GOTS wird OPED sich zudem am Rahmenprogramm beteiligen. Dieses sorgt bei allem fachlichen Austausch für ein Mehr an Geselligkeit und eine lockere Atmosphäre unter Kollegen und Freunden.
Die GOTS steht ihrem Premium Partner OPED unter anderem mit ihrer Expertise für die Produktentwicklung zur Verfügung. So kann von medizinischer Seite die Reife von Anwendungen für Patienten und Sportler beschleunigt werden.
„Wir freuen uns, mit OPED einen innovativen, verlässlichen Partner gefunden zu haben, der neben Produkten auch digitale Gesundheitsanwendungen und Therapiekonzepte anbietet. So können Patienten schneller wieder zum Sport zurückkehren.“, so Prof. Dr. med. Thomas Tischer, Präsident der GOTS.
Stefan Geiselbrechtinger, CEO der OPED GmbH, fügt hinzu: „Unser Anliegen ist es, mit unseren Produkten, Konzepten und Verfahren die Sportmedizin voranzubringen. In solch einer Kooperation sind wir nah an der direkten Expertise der Ärzte und haben damit die Möglichkeit, auf professioneller Ebene direkt Wissen untereinander auszutauschen. Dadurch können wir unsere Produkte und Konzepte noch besser auf die Bedürfnisse anpassen.“

Infobox:
Als führender deutscher Hersteller von innovativen Medizinprodukten bietet OPED neben hochwertigen Orthesen auch durchdachte Versorgungskonzepte und digitale Lösungen an und setzt damit neue Impulse in der Medizintechnik. Die Produkte der OPED GmbH zeichnen sich durch kontinuierliche Weiter- und überraschende Neuentwicklungen aus.
Auf den Kunden individuell anpassbare Produkte und eine mehrfache Wiederverwendbarkeit sind die Markenzeichen von OPED. Dazu kommen vermehrt digitale Lösungen für die Bereiche Patienteninformation und Rehabilitation.

Mehr Informationen unter oped.de

Infobox:
Die Deutsch-österreichisch-schweizerische Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) ist der größte Zusammenschluss von Sportorthopäden und Sporttraumatologen in Europa. Sie ist die erste Adresse in der Versorgung von Sportverletzungen und damit ein Garant für Seriosität, Kompetenz, Erfahrung sowie Beratungsstärke und Qualität in der sporttraumatologischen Versorgung.

Zur PM (https://gots.org/fuer-einen-schnelleren-transfer-von-innovationen-in-die-sportmedizin/)

Die trinationale (Deutschland, Österreich, Schweiz) Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) ist der größte europäische Zusammenschluss von Sportorthopäden und Sporttraumatologen. Sie ist erster Ansprechpartner in der Versorgung von Sportverletzungen und Garant für Qualität in der sporttraumatologischen Versorgung. Ihr Ziel ist es, das Verständnis von sportlicher Belastung und Verletzungen zu verbessern, um die muskuloskelettale Funktion und Lebensqualität zu erhalten. Dafür fördert die GOTS die Aus-und Weiterbildung, die Forschung sowie den internationalen Austausch unter sportorthopädisch und sporttraumatologisch tätigen Medizinern und Berufsgruppen angrenzender Fachgebiete.

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Verletzungen und Überlastungen beim Wellenreiten

Zeulenrodaer Kongress für Orthopädie und Sportorthopädie (ZKOS) vom 24. bis 26. August 2023

Verletzungen und Überlastungen beim Wellenreiten

(Bildquelle: Bauerfeind AG)

Rund 440.000 Deutsche surfen in ihrer Freizeit gern. Der Zuwachs ist ungebrochen. Seit 2020 ist auch Wellenreiten nun eine olympische Sportart. Welche Gefahren es bei dieser beliebten Trendsportart gibt, welchen Unterschied zwischen Meeres-, Fluss- und künstlichen Wellen, welche Verletzungen und Überlastungen beim Freizeit- und Profisportler – darüber referiert Dr. med. Markus Knöringer (Praxen in München und Miesbach), Neurochirurg, Orthopäde, Sportmediziner und GOTS-Experte auf dem 14. Zeulenrodaer Kongress für Orthopädie und Sportorthopädie.

„Das eigene Brett ist der gefährlichste Gegenstand“, erklärt Knöringer. Ganz typisch ist es nämlich, dass dem Surfer beim Auftauchen das Brett ins Gesicht schlägt. Grundsätzlich sollte sich jeder Surfer beim Auftauchen einen Arm (Ellbogen und Unterarm) vor das Gesicht halten. Denn häufig gibt es Kopfverletzungen, Platzwunden, Augenverletzungen beim Kontakt mit dem Brett und auch Schnittverletzungen durch scharfe Finnen an dem Sportgerät.

Aus diesen Gründen empfiehlt der Experte auch Sicherheitsfinnen mit einer Gummilippe. Anfänger sollten beim Wellenreiten idealerweise mit einem Soft-Board beginnen. Dieses ist weicher an den Rändern. Neben der richtigen Technik und dem richtigen Verhalten auf und unter Wasser spielt das Material eine große Rolle. Die Leash (Leine am Brett) muss exakt die richtige Länge und Dehnbarkeit haben, damit dem Surfer beim Zurückholen das Brett nicht ins Gesicht schnellt.

Markus Knöringer weist aber auch auf Gefahren durch verschiedene Untergründe und in seichten Gewässern hin. Felsen, Riffe und ein Sandboden, so hart wie Beton, sorgen immer wieder für Verletzungen. Insgesamt gehen beim Wellenreiten 80 Prozent der Verletzungen vom Brett und 20 Prozent vom Untergrund des Gewässers aus.

Orthopädisch stehen bei geübten Fahrern und Profis Knie- und Mittelfußerkrankungen im Vordergrund. Überdehnte oder gerissene Kreuzbänder bei den Sportlern zeigen am Knie die gleichen Faktoren wie etwa beim Snowboardfahren, am Mittelfuß sind es Brüche und Bandverletzungen.

Bei den Anfängern stehen wiederum die Überlastungen und ihre Folgen im Vordergrund, so der Sportmediziner. Nacken- und Schulterschmerzen sind ebenso häufig, wie Probleme an der Hals- und Lendenwirbelsäule. Hier helfen Kräftigungs- und Dehnungsprogramme, Stabilität und Beweglichkeit gleichermaßen, wie auch ein Training für die richtige sagittale Balance, in der sich die Wirbelsäule befinden sollte, um diese Sportart auszuüben.

Aber auch Profis berichten gehäuft von Rückenschmerzen. Dies bestätigt eine eigene Studie Knöringers, die unter Athleten an der Eisbachwelle in München erstellt wurde. Dies zeigt die harten Anforderungen in den oft so „spielerisch“ aussehenden Sport.
Zur Pressemitteilung (https://www.gots.org/blog/category/pressemitteilungen/)

Die trinationale (Deutschland, Österreich, Schweiz) Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) ist der größte europäische Zusammenschluss von Sportorthopäden und Sporttraumatologen. Sie ist erster Ansprechpartner in der Versorgung von Sportverletzungen und Garant für Qualität in der sporttraumatologischen Versorgung. Ihr Ziel ist es, das Verständnis von sportlicher Belastung und Verletzungen zu verbessern, um die muskuloskelettale Funktion und Lebensqualität zu erhalten. Dafür fördert die GOTS die Aus-und Weiterbildung, die Forschung sowie den internationalen Austausch unter sportorthopädisch und sporttraumatologisch tätigen Medizinern und Berufsgruppen angrenzender Fachgebiete.

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Überlastung von Muskel und Sehne: Wo ist der Unterschied?

Zeulenrodaer Kongress für Orthopädie und Sportorthopädie (ZKOS) vom 24. bis 26. August 2021

Überlastung von Muskel und Sehne: Wo ist der Unterschied?

(Bildquelle: Bauerfeind AG)

Muskeln und Sehnen sind elementar beteiligt, wenn wir Sport treiben wollen. Doch sie haben unterschiedliche Eigenschaften und Funktionen. Deshalb reagieren, bzw. heilen auch diese beiden Strukturen bei Überbeanspruchung sehr unterschiedlich. Warum das so ist und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen – darüber referiert PD Dr. med. Thilo Hotfiel (Klinikum Osnabrück) auf dem 14. Zeulenrodaer Kongress für Orthopädie und Sportorthopädie.
Muskelgewebe macht rund 30 bis 40 Prozent des menschlichen Körpers aus. Die Muskulatur hat vielfältige Funktionen – nicht nur im Sport, sondern auch zur Aufrechterhaltung grundlegender Organfunktionen, zum Sitzen, Stehen und für die Bewegung. In den Muskeln werden darüber hinaus über 300 verschiedene Myokine gebildet, sogenannte Peptidhormone, welche beispielsweise im Gehirn, im Darm, im Herz-Kreislaufsystem eine wichtige Rolle spielen.
Muskeln sind nicht so leicht überlastbar, werden oft sogar unterfordert. Wenn doch einmal eine Überlastung vorkommt, tritt sie innerhalb weniger Tage in Form vom „Muskelkater“ auf. Der Muskel hat großes Anpassungs-, Regenerations- und Heilungspotential. Muskeleigene Satellitenzellen sorgen dafür, dass der Muskel schnell und meist komplett wieder heilt, bzw. sich bei wiederkehrenden Belastungen anpasst. Ausgenommen sind dabei höhergradige Muskelverletzungen wie z.B. Muskelfaserrisse oder Muskelabrisse, welche eine akute Verletzung, des Muskels darstellen.
Sehnen hingegen sind empfindlicher. Sie passen sich nicht so schnell an. Eine Überlastung kommt schleichend, langsam, zuerst oft unbemerkt – ist dann aber umso langwieriger in der Heilung. Sind gar lasttragende Sehnen betroffen, dauert eine Regeneration oft Wochen, manchmal Monate lang. Zum Beispiel bei der Patellarsehne (Knie) oder der Achillessehne (Sprunggelenk/Ferse).
„Deshalb ist es im Sport wichtig, eine Steigerung des Trainingspensums langsam und schrittweise vorzunehmen, als Faustformel gilt z.B. etwa 10 Prozent pro Monat „, sagt Sportorthopäde PD Dr. Thilo Hotfiel.
Muskel und Sehne bilden eine untrennbare Einheit und brauchen einander, um zusammen zu arbeiten. Akute Muskelüberlastungen kommen schnell bei für unseren Körper ungewohnten oder unbekannten Belastungen, z.B. beim Bergab-Wandern oder bei Sportarten mit Erschütterungen („Stop-and-go“, Richtungswechsel) vor. Sehnenüberlastungen treten eher bei repetitiven (wiederkehrenden) Belastungen wie Joggen, Sprüngen und in den Spielsportarten auf, da hier das Körpergewicht abgefangen und wieder beschleunigt werden muss.
Radfahren und Schwimmen gelten als besonders günstig im Breiten- und auch im Leistungssport: hier ist die Gefahr einer Muskel- und/oder Sehnenüberlastung eher gering.
In der Therapie von Muskel- und Sehnenüberlastungen gilt folgendes:
Bei der Überlastung des Muskels sind „lockere“ Trainingseinheiten empfehlenswert. Bei Missachtung können schwerwiegende akute Muskelverletzungen auftreten.
Bei Sehnenverletzungen gilt es maßgeblich die Trainingsbelastung anzupassen und unter Anleitung eine gezielte Trainingstherapie (z.B. exzentrisches Training) durchzuführen. Führen diese Maßnahmen nicht zum Erfolg können auch Stoßwellenanwendungen, medizinische Einlagen oder ausgewählte Infiltrationstherapien eingesetzt werden.
Zur Pressemitteilung (https://www.gots.org/blog/2023/07/28/ueberlastung-von-muskel-und-sehne-wo-ist-der-unterschied-pm-juli-2023/)

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