Die Regelung des Berufsstandes der Immobilienmakler ist in Europa nicht einheitlich. In Nordeuropa wird der Immobiliensektor nur durch wenige Regeln und das große Verantwortungsbewusstsein der Fachleute geregelt, die sich ständig weiterbilden und auf dem neuesten Stand halten. In Südeuropa sind die Vorschriften strenger, um einer nachsichtigeren Mentalität zu begegnen, die weniger an das spontane Verantwortungsbewusstsein des Einzelnen gewöhnt ist. Der Makler Wiesbaden unterliegt somit anderen Bestimmungen, als sein Kollege in Madrid oder Porto.
Immobilienmakler in
Südeuropa
Italien prüft die
Änderungen, die durch die neue Richtlinie der Europäischen Union
über die Geschäftstätigkeit von Immobilien Italien eingeführt
wurden. Seit 2001 ist es für Immobilienmakler in Italien Pflicht,
einen Sekundarschulabschluss und einen Versicherungsschutz zu
besitzen. Es ist zwingend erforderlich, eine Schulung zu absolvieren
und die entsprechende Prüfung abzulegen. Dieses System garantiert
einen hochprofessionellen Ansatz und einen umfassenden Kundenschutz.
Darüber hinaus haften Immobilienmakler in Italien
gesamtschuldnerisch für die Zahlung der Eintragungsgebühr.
Die Praxis des Immobilienmaklerberufs ist absolut liberal in Spanien – wie im Gesetz 47/2000, das durch das Gesetz 10/2003 geändert wurde, festgestellt -, auch wenn dieses System als negatives Beispiel genannt wird. Kritiker sagen, dass die hohe Präsenz nicht lizenzierter Immobilienmakler den unkontrollierten Preisanstieg verursacht hat, der den spanischen Immobilienmarkt in den letzten Jahren geprägt hat. Die spanische Regierung hat versucht, den Immobiliensektor neu zu organisieren, indem sie das königliche Dekret 1292/2007 erlassen hat, in dem das allgemeine Statut der offiziellen Schule der Immobilienmakler genehmigt wurde. Dieses Gesetz verpflichtet die Makler jedoch lediglich, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen.
In Ungarn, Rumänien,
Griechenland und Bulgarien gibt es kein Maklerverzeichnis, wo es
ohnehin obligatorisch ist, bei der Handelskammer eingetragen zu sein,
einen Hauptschulabschluss zu haben und keinen Eintrag im
polizeilichen Führungszeugnis zu haben.
Strenge Auflagen in
der DACH-Region
Die Kontrollen in
Deutschland sind sehr streng. Die Makler sind verpflichtet, eine
kommunale Lizenz zu besitzen und können dreijährige Kurse mit
unterschiedlichen Spezialisierungsoptionen besuchen.
Österreich
berücksichtigt derweil die Möglichkeit, das Register der
Immobilienmakler, dem 15000 Makler beigetreten sind, abzuschaffen.
Das Selbstregulierungssystem bleibt jedoch streng und die Makler
können vom Beruf suspendiert werden, wenn sie die ungeschriebenen
Gesetze der öffentlichen Ordnung und Moral nicht einhalten.
Unterschiedliche
Bestimmungen in Westeuropa
In Frankreich gibt
es rund 50.000 Immobilienmakler. Der Beruf des Maklers wird durch das
Gesetz 2004-634 geregelt. Es gibt mehrere Berufsausbildungskurse,
aber es ist obligatorisch, eine Lizenz zu besitzen – die Green Card.
Die Makler, die in Frankreich ohne die Green Card arbeiten, können
zu 6 Monaten bis 2 Jahren Gefängnis verurteilt werden, wenn sie eine
Anzahlung erhalten und ohne eine vom Verkäufer unterzeichnete
schriftliche Vollmacht arbeiten.
In Großbritannien und Wales schlägt die National Association of Estates Agents die Eigenschaften vor, die man als Immobilienmakler haben sollte: eine gute Ausbildung und ausgezeichnete Kommunikationsfähigkeit. Seit der Einführung des Home Information Packs haben Immobilienmakler jedoch eine höhere Verantwortung. The Fair Trading kann die Registrierung der Agenten löschen und ihre Geschäftstätigkeit im Falle eines Verzugs verbieten.
Darüber hinaus
arbeiten die Vertreter Nordeuropas – wie beispielsweise in
Großbritannien, Belgien, Holland, Finnland, Irland und Dänemark –
ausschließlich für den Verkäufer und werden so zu spezialisierten
Beratern. In Italien hingegen verdient der Makler sowohl vom Käufer
als auch vom Verkäufer Provisionen.