Wenn das Geld nicht reicht…

ARAG Experten informieren, wie man finanzielle Engpässe meistert

Wenn das Geld nicht reicht...

Die Preise explodieren, die Weihnachtsgeschenke für die Familie sind entgegen aller Vorsätze doch etwas üppiger ausgefallen als geplant und im Januar wollen viele Versicherungen und andere jährlich anfallende Zahlungen bedient werden. Wenn jetzt noch die Waschmaschine oder das Familienauto streikt, ist der Dispo bei der Bank schnell am Limit. Was man tun kann und vor allem, was man dringend lassen sollte, wenn es finanziell eng wird, sagen ARAG Experten.

Staatliche Hilfe bei der Miete
Auf keinen Fall darf bei Miete und Energie eingespart werden. Mietschulden können dazu führen, dass man vor die Tür gesetzt wird. Und zwar bereits nach zwei Monaten Mietrückstand. Der Tipp der ARAG Experten: Wer die Miete oder seine Nebenkosten nicht mehr vollständig bezahlen kann, hat die Möglichkeit, Wohngeld bei seiner Gemeinde zu beantragen. Auch Immobilienbesitzern, die selbst in ihrer Immobilie wohnen, steht dieser Weg offen. Der Anspruch auf Wohngeld kann auf der Seite des Bundesbauministeriums mit dem WohngeldPlus-Rechner (https://www.bmwsb.bund.de/Webs/BMWSB/DE/themen/stadt-wohnen/wohnraumfoerderung/wohngeld/wohngeldrechner-2023-artikel.html;jsessionid=754F09C1722B67BA4F2A56FE69532705.2_cid322) überprüft werden. Seit Anfang Januar steht das Wohngeld (https://www.arag.de/service/infos-und-news/rechtstipps-und-gerichtsurteile/heim-und-garten/09405/) deutlich mehr Menschen zur Verfügung. Darüber hinaus kann ein Gespräch mit dem Vermieter helfen, einen Weg zu finden, die Miete z. B. für einen begrenzten Zeitraum auszusetzen oder Teilzahlungen zu leisten. In diesem Fall dürfen Vermieter laut ARAG Experten allerdings Verzugszinsen von bis zu vier Prozent pro Monat verlangen.

Achtung, Nebenkosten!
Kosten für Energie, Wasser, Telefon oder Internet können sich schnell zu einem unüberwindbaren Berg anhäufen. Die ARAG Experten weisen darauf hin, dass Anbieter bei ausbleibenden Zahlungen den Hahn zudrehen bzw. die Leitung abklemmen dürfen. Daher gilt vor allem für die Energie: Unbedingt vorrangig bezahlen. Internet- und Telefonverträge können pausiert und möglicherweise mit Prepaid-Lösungen überbrückt werden. Laut ARAG Experten dürfen Mobil- und Festnetzanschlüsse bereits ab Zahlungsrückständen von 100 Euro gesperrt werden. Diese Sperre muss allerdings zwei Wochen vorher angekündigt werden. Gut zu wissen: Die Sperre gilt nur für die Leistung, bei der ein Zahlungsverzug vorliegt. Wenn also der Mobilfunkanschluss nicht bezahlt wurde, darf der Festnetzanschluss beim gleichen Anbieter nicht gesperrt werden.

Kredite
Ob Immobilien- oder Konsumentenkredit: Wer seine Raten nicht mehr bedienen kann und mit mindestens zwei Raten in Rückstand gerät, muss damit rechnen, dass kostenpflichtige Mahnungen im Briefkasten liegen, ein Inkassobüro vorstellig wird oder das Kreditinstitut den Kredit kündigt und eine Zwangsvollstreckung einleitet. Wer keine Rücklagen hat, sollte das Gespräch mit der Bank suchen. Laut den ARAG Experten gibt es dabei diverse Möglichkeiten: Minderung oder Aussetzen der Kreditraten, Verlängerung der Laufzeit oder das Aussetzen einzelner Raten. Allerdings können diese Änderungen zu Mehrkosten führen. In seltenen Fällen kann auch der Abschluss eines neuen Kreditvertrages zur Ablösung des alten Vertrages sinnvoll sein. In der Regel sind solche Umschuldungen laut ARAG Experten aber nicht lohnenswert.

Versicherungen nicht vorschnell kündigen
Vor der übereilten Kündigung von Versicherungen raten die ARAG Experten ab. Vor allem solche, die als Altersvorsorge gedacht sind, sollten um jeden Preis erhalten bleiben. Denn einige Policen können je nach Alter und Gesundheitszustand nicht mehr erneut abgeschlossen werden und zudem kostet die Kündigung der Verträge unter Umständen viel Geld. Der Tipp der ARAG Experten: Viele Versicherungen bieten ihren Kunden an, Verträge für einen begrenzten Zeitraum ruhen zu lassen, Beiträge später nachzuzahlen oder zu reduzieren. Dabei kann es allerdings zu Leistungs- und Förderungskürzungen kommen. In einigen Fällen kann das Aussetzen von Zahlungen auch zu einer Unterbrechung des Versicherungsschutzes kommen.

Hilfe durch Schuldnerberatung
Wer in finanzielle Schieflage gerät, sollte sich nach Auskunft der ARAG Experten möglichst frühzeitig Hilfe bei amtlich anerkannten Stellen suchen: Denn je eher eine seriöse Beratung stattfindet, desto mehr Wege gibt es, aus den Schulden herauszukommen. Dazu stehen in Deutschland rund 1.400 Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen (https://www.meine-schulden.de/) zur Verfügung, die in Verbänden organisiert sind oder sich unter der Trägerschaft von Kommunen, Verbraucherzentralen oder Wohlfahrtsverbänden befinden. Die Beratung ist in der Regel kostenlos.

Studenten vor einem Schuldenberg
Die meisten Studenten, die ihr Studium mit Hilfe eines KfW Studienkredits (https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Studieren-Qualifizieren/F%C3%B6rderprodukte/KfW-Studienkredit-(174)/), BAföG (https://www.bafög.de/bafoeg/de/home/home_node.html) oder z. B. über ein Darlehen eines Studentenwerks (https://www.studentenwerke.de/de/content/darlehenskasse) stemmen, haben am Ende der Unizeit oft einen beachtlichen Schuldenberg aufgetürmt. Wenn dann kein lukrativer Job winkt, ist das Dilemma groß. Während das BAföG nur zur Hälfte zurückgezahlt werden muss, fallen beim Studienkredit noch Zinsen an. Auch hier raten die ARAG Experten: Wer nicht zahlen kann, sollte frühzeitig vor Tilgungsbeginn das Gespräch mit den zuständigen Stellen suchen, um eine gute Regelung zu finden. Ob Stundung, niedrigere Raten, längere Laufzeiten – vieles ist denkbar, wenn man offen spricht.

Schuldnerberatung für Senioren
In Zeiten stark gestiegener Preise für Energie und Lebenshaltung geraten viele Senioren in finanzielle Not, weil Rente und Erspartes für anfallende Rechnungen nicht reichen. Gleichzeitig nehmen ältere Menschen nur selten Hilfe von Schuldnerberatungsstellen in Anspruch – sei es aus Schamgefühl, Unkenntnis oder eingeschränkter Mobilität. Damit insbesondere älteren Jahrgängen der Zugang zu Beratungsangeboten erleichtert wird, sollen künftig Schuldnerberater Senioren dort aufsuchen, wo sie sich aufhalten – z. B. in der eigenen Wohnung, dem Altenheim, dem Seniorentreffpunkt oder dem Mittagstisch für Ältere. Dazu wurde ein mehrjähriges, deutschlandweites Projekt vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (https://www.bmuv.de/pressemitteilung/mehr-hilfe-fuer-ueberschuldete-seniorinnen-und-senioren), der Diakonie Deutschland und weiteren Wohlfahrtsverbänden initiiert.

Weitere interessante Informationen unter:
https://www.arag.de/service/infos-und-news/rechtstipps-und-gerichtsurteile/job-und-finanzen/

Die ARAG ist das größte Familienunternehmen in der deutschen Assekuranz und versteht sich als vielseitiger Qualitätsversicherer. Sie ist der weltweit größte Rechtsschutzversicherer. Aktiv in insgesamt 19 Ländern – inklusive den USA, Kanada und Australien – nimmt die ARAG über ihre internationalen Niederlassungen, Gesellschaften und Beteiligungen in vielen internationalen Märkten mit ihren Rechtsschutzversicherungen und Rechtsdienstleistungen eine führende Position ein. Ihren Kunden in Deutschland bietet die ARAG neben ihrem Schwerpunkt im Rechtsschutzgeschäft auch eigene einzigartige, bedarfsorientierte Produkte und Services in den Bereichen Komposit und Gesundheit. Mit rund 4.700 Mitarbeitenden erwirtschaftet der Konzern ein Umsatz- und Beitragsvolumen von 2 Milliarden Euro.

ARAG SE ARAG Platz 1 40472 Düsseldorf Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Dr. h. c. Paul-Otto Faßbender
Vorstand Dr. Renko Dirksen (Sprecher) Dr. Matthias Maslaton Wolfgang Mathmann Hanno Petersen Dr. Joerg Schwarze Dr. Werenfried Wendler

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Europäische Unternehmen sehen das Licht am Ende des Tunnels – jetzt hungrig nach Wachstum

Europäische Unternehmen sehen das Licht am Ende des Tunnels - jetzt hungrig nach Wachstum

Intrum stellt European Payment Report 2021 vor.

Heute stellt Intrum die 23. Ausgabe des European Payment Report 2021* vor. Der Bericht stellt fest, dass die Hälfte der befragten Unternehmen froh ist, das Jahr 2020 überlebt zu haben. Dabei ist die Realität nicht so düster ausgefallen wie erwartet, zum Teil dank staatlicher Unterstützung, aber auch aufgrund neuer, digitaler Geschäftsmodelle, die an Boden gewinnen. Nichtsdestotrotz sind viele Unternehmen angeschlagen und sehnen sich nach einem neuen Kapitel des Wachstums.

Obwohl die Pandemie die Welt auf den Kopf gestellt und wirtschaftliche Turbulenzen ausgelöst hat, sind die Unternehmer heute weitaus positiver gestimmt als noch vor einem Jahr erwartet und nehmen nun wichtige strategische Initiativen in Angriff. Vier von zehn kleinen und mittleren Unternehmen geben an, dass sie die Digitalisierung ihres Unternehmens als Folge von Covid-19 beschleunigt haben.

Deutsche Firmen blicken positiv in die Zukunft, erkennen aber die Notwendigkeit, Routinen und Prozesse in Form zu bringen

50 Prozent sagen, dass Kreditausfälle bei Kundenzahlungen problematisch sind – vier Prozentpunkte über dem europäischen Durchschnitt. Und 55 Prozent geben an, dass ihre Routinen und Prozesse nicht so stark sind, wie sie sein müssten, um die finanzielle Nachhaltigkeit in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit zu gewährleisten, verglichen mit 52 Prozent in ganz Europa.

Gleichzeitig ist die wahre Auswirkung der Pandemie auf das Zahlungsverhalten noch nicht abzusehen. Staatliche Beihilfen in Kombination mit der zunehmenden Zurückhaltung der Unternehmen, längere Zahlungsfristen auszuhandeln, haben die Liquidität im vergangenen Jahr gestützt. Die meisten europäischen Befragten (62 Prozent) geben an, dass sie noch nie so besorgt über die Zahlungsfähigkeit ihrer Schuldner waren und prognostizieren, dass das Risiko von Zahlungsverzug in den nächsten zwölf Monaten zunehmen wird. Nahezu die Hälfte aller europäischen Unternehmen geht davon aus, dass das Risiko von Zahlungsverzögerungen und -ausfällen zunehmen wird, und mit dem Wegfall der staatlichen Unterstützung wird die Situation noch schwieriger werden.

Das Zahlungsverhalten wird durch staatliche Unterstützung überdeckt – aber das ist nicht das ganze Bild

Die europäischen Unternehmen haben jedoch nicht nur dank staatlicher Unterstützung und verbesserter Technologieentwicklung überlebt. Der Bericht zeigt, dass die Unternehmen versucht haben, die Zahlungsfristen zu verkürzen und ihre Zahlungsbedingungen gegenüber den Kunden strenger zu gestalten. Im Jahr 2021 gibt es einen Rückgang von 20 Prozent gegenüber dem letzten Jahr bei den Unternehmen, die längere Zahlungsfristen akzeptiert haben als ihnen lieb ist, um die Kundenbeziehung zu schützen. Darüber hinaus hat die Pandemie die Unternehmen dazu motiviert, einen proaktiveren Ansatz zu verfolgen, wie sie die Liquidität und das Risiko verspäteter Zahlungen mindern. Mehr als sechs von zehn (65 Prozent) der kleinen und mittelständischen Unternehmen geben an, dass die Pandemie sie motiviert hat, sich in diesem Bereich zu verbessern.

Unternehmen sehen Zahlungsverzug als ein gesellschaftliches Problem und fordern eine gesamtgesellschaftliche Lösung

In Anbetracht von Covid-19 sehen die Führungskräfte der Unternehmen eine Unsicherheit für die nächsten Jahre voraus. Etwa die Hälfte der Firmen, die einen Gewinnrückgang verzeichnen mussten, geben an, dass es bis 2022 oder 2023 dauern wird, bis sie eine Rückkehr zum normalen Geschäftsverlauf sehen. Deutsche Unternehmen sind nach der flächendeckenden Impfung im Land optimistisch, was ihre Aussichten angeht: 77 Prozent erwarten, dass die Einführung des Impfstoffs einen positiven Einfluss auf ihre Leistung im Jahr 2021 haben wird, verglichen mit 73 Prozent in ganz Europa. 46 Prozent sagen, dass sie so positiv in die Zukunft blicken wie schon lange nicht mehr, ein Prozentpunkt über dem europäischen Durchschnitt (45 Prozent).

Im Vergleich zum letztjährigen Bericht geht es heute weniger darum, das Überleben zu sichern, sondern mehr darum, Wachstum zu ermöglichen und neue Mitarbeiter einzustellen.

Europäische Führungskräfte sagen, dass verspätete Zahlungen das Wachstum bremsen und dass schnellere Zahlungen ihrer Kunden sie in die Lage versetzen würden, in die Steigerung ihrer Nachhaltigkeitsleistung zu investieren und Innovationen durch digitale Strategien zu verfolgen. Viele Unternehmen glauben, dass individuelle Maßnahmen nicht ausreichen, um mit Zahlungsverzug umzugehen, sondern sehen ihn als ein gesellschaftliches Problem, das sich in einer neuen, europaweiten Gesetzgebung widerspiegeln sollte.

Schließlich zeigt die Ausgabe 2021 des European Payment Report von Intrum, dass die wirtschaftliche Erholung in hohem Maße von einer verantwortungsvollen Zahlungsabwicklung, einem soliden Kreditmanagement und dem Zugang zu gleichen Wettbewerbsbedingungen abhängt. Nachhaltige Cashflows und langfristige Rentabilität sind wichtiger denn je, damit Unternehmen das erhebliche Wachstumspotenzial nutzen können, das sie am Horizont sehen.

Der Bericht ist erhältlich unter www.intrum.de/epr2021

Über die Studie:
*Der European Payment Report beschreibt die Auswirkungen von Zahlungsverzug auf die Aussichten, das Wachstum und die Entwicklung von Unternehmen. Intrum hat Daten von 11.187 kleinen, mittleren und großen Unternehmen aus 29 europäischen Ländern und 11 Branchen gesammelt. Die Feldforschung fand zwischen dem 25. Januar und dem 16. April 2021 statt.

Über Intrum
Intrum ist in 24 europäischen Ländern mit Credit Management Services präsent. Mit über 9.000 Mitarbeitern, 80.000 Unternehmen als Klienten und einem Umsatz von rund 1,5 Milliarden EUR (2019) ist Intrum Marktführer in diesem Segment. In Deutschland werden an den Standorten Heppenheim, Essen, Hamburg, Eberswalde und Kleinmachnow ca. 500 Mitarbeiter beschäftigt. Intrum bietet seinen Klienten Lösungen zur Verbesserung des Cashflows und der langfristigen Profitabilität an. Im Mittelpunkt stehen Finanzdienstleistungen, vom Lastschriftverfahren für den Handel, über das Debitorenmanagement und den gesicherten Rechnungskauf im E-Commerce bis zum Management von Forderungen mit Leistungsstörungen und der Betreuung überschuldeter Kunden. Die Kunden sollen auf dem Weg aus den Schulden begleitet werden, damit sie wieder aktiv am Wirtschaftsgeschehen teilnehmen können. Intrum setzt sich für eine nachhaltige Entwicklung ein. Für Intrum ist es selbstverständlich, dass finanzielle Nachhaltigkeit auch Hand in Hand mit ökologischer und sozialer Verantwortung geht. So ist Intrum seit 2016 Unterzeichner der 10 Prinzipien des UN Global Compact und hat die Sustainability-Ziele in den Geschäftsbetrieb integriert.

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