Vom Traumaleben zum Traumleben

Neubibergerin Beate Topp begeistert beim 1. Internationalen Speaker-Slam in Dresden

Vom Traumaleben zum Traumleben

TopSpeaker Hermann Scherer überreicht Beate Topp Excellence Award 2025

4 Minuten, 2 Bühnen, 240 Teilnehmer aus 20 Nationen: Beate Topp, Expertin für Trauma-Auflösung und Holistic Empowerment, begeisterte mit ihrer Keynote „Vom Traumaleben zum Traumleben“ beim 1. Internationalen Speaker-Slam in Dresden nicht nur die Zuschauer, sondern auch die hochkarätige Jury. Diese setzte sich zusammen aus Medienexperte Jörg Rositzke, Scoutingexpertin Stephanie Pierre, Joshua Laufer vom Expertenportal und Katja Kaden von „Germany´s Next Speaker Star“.
Beate Topp ist am 11.11. geboren und damit eine Mischung aus Märtyrer und Faschingsscherz. Und so ist auch ihre Arbeit: Tiefgründig und sehr humorvoll. Wie viele andere auch, war sie lange auf der Suche nach etwas, ohne zu wissen, was sie eigentlich sucht. Weder berufliche Erfolge noch die glückliche Familie konnten das innere Loch auffüllen. Erst als sie herausfand, dass sie ein übrig gebliebener Zwilling war (Vanishing Twin Syndrom), und von Seelenverträgen und Sogwirkungen aus der Ahnenlinie erfuhr, konnte sie ihre innere Rocky-Horror-Picture-Show auflösen. Heute hilft sie anderen, aus ihrem größten Problem ihre größte Stärke zu machen.
Mit ihrer Geschichte brachte sie die Zuschauer und die hochkarätige Jury zum Lachen und zum Weinen: „Da hatte ich Pipi in den Augen.“ und „Beate, du bist ein Unikat“ – witzig für jemanden, der als Zwilling angelegt war. Was viele nicht wissen, ca. 10-15% der Schwangerschaften gehen ab bzw. sind als Mehrlingsschwangerschaften angelegt. Mit ihrer Therapie Comedy wurde sie mit dem Excellence-Award 2025 ausgezeichnet.
Der von Top-Speaker Hermann Scherer ins Leben gerufene Wettbewerb gilt als die Champions League des professionellen Speaking. Die besondere Herausforderung: Die Sprechende hat nur vier Minuten Zeit, das Publikum mitzureißen und zu begeistern. Nach Austragungen in New York, Wien, Hamburg, Stuttgart, Wiesbaden und München fand er am 30.01.2025 erstmals in Dresden statt. Mit 240 Teilnehmern aus 20 Nationen wurde ein neuer Weltrekord aufgestellt.

Expertin für Trauma-Auflösung und Holistic Empowerment

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Beate Topp
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„Ich bin normal, das, was ich gerade erlebe, ist nicht normal oder alltäglich.“ Silke Franzen

Silke Franzen erklärt in ihrem neuen Buch „Happy Hour“, wie wir gesund und gestärkt persönliche Krisen durchstehen. Im Interview mit Campus gewährt Sie einen ersten Einblick.

"Ich bin normal, das, was ich gerade erlebe, ist nicht normal oder alltäglich." Silke Franzen

Was ist eine typische Reaktion auf eine Krise und warum ist es so wichtig, diese Reaktion erstmal zu akzeptieren?

Silke Franzen: Die eine typische Reaktion gibt es gar nicht. Die Reaktionen können sehr vielfältig sein und sich im Verlaufe der Krise verändern. Je nach Situation spüren wir beispielsweise eine innere Leere, Reizbarkeit, Schreckhaftigkeit, Konzentrationsprobleme und unterschiedliche Emotionen wie Angst oder auch Wut. Häufig erkennen wir uns selbst nicht wieder, da wir diese Reaktionen nicht von uns kennen. Und so werden wir nicht nur durch die Krise erschüttert, sondern auch durch unsere Sorgen über unsere eigenen Reaktionen darauf. Wichtig ist hier zu wissen: Unsere Reaktionen auf die Krise sind normal, ja sie sind beim Erleben einer Krise zu erwarten. Erleichternd für die Betroffenen ist, sich hier klarzumachen: Ich bin normal, das, was ich gerade erlebe, ist nicht normal oder alltäglich.

Sie helfen mit Ihrem Buch dabei, die Bewältigung der Krise aktiv anzustoßen. Ist dafür ein bestimmtes Mindset nötig, oder kann man egal aus welcher Position heraus beginnen, die Krise zu meistern?

Silke Franzen: Es ist hilfreich, sich klarzumachen, dass man es auch selbst in der Hand hat, wie der Weg durch die Krise sein wird. Der erste Schritt auf dem Weg durch die Krise, durch eine Situation, die ich nicht verändern kann, ist immer die Radikale Akzeptanz. Das ist nicht einfach. Viele haben zahlreiche Vorbehalte gegenüber der Akzeptanz, da sie beispielsweise „akzeptieren“ mit Passivität und „aufgeben“ assoziieren. Das ist aber nicht richtig. Im Gegenteil: Durch die Akzeptanz kann ich aktiv werden und das Steuerrad wieder in die Hand nehmen. In meinem Buch beschreibe ich daher die „acht Perlen der Akzeptanz“.

In der Krise hat man häufig das Gefühl, das Glück ist nicht greifbar. Sie sagen, dass es ganz wichtig ist, sich auch in der Krise kleine Glücksmomente zu schaffen. Erlauben wir uns das Glücklichsein in der Krise oft nicht?

Silke Franzen: Genauso ist es. Ich mache oft die Erfahrung, dass Menschen in Krisensituationen über sich selbst erschrocken sind, wenn Sie sich während einer persönlichen Krise mal, wenn auch nur kurz, glücklich fühlen. Sie sind dann ganz unglücklich über ihr kurzes Glück und machen sich selbst Vorwürfe darüber, was für ein Mensch sie denn sind. Damit verstärken sie ihr eigenes Leid und machen sich selbst noch unglücklicher. Sie verlangen von sich, 24 Stunden jeden Tag lang unglücklich sein zu müssen Doch warum sollte man sich während einer Krise nicht auch Glücksgefühle über Dinge erlauben, die mit der Krise nichts zu tun haben? Glücksmomente in der Krise sind kleine Auszeiten von der Belastung, durch die wir wieder Kraft schöpfen können, um die Krise zu durchstehen. Unser Gehirn ist ja, besonders in einer Krise, auf die Wahrnehmung von Gefahren programmiert. Das soll unser Überleben sichern. Durch die Lenkung der Wahrnehmung auf Glücksmomente kann unser Bedrohungssystem, unsere Amygdala, mal Pause machen.

Vielleicht verraten Sie uns einen Tipp, wie dieses kleine Glück selbst in der großen Krise möglich ist?

Silke Franzen: Zuerst muss man sich selbst erlauben, auch mal wieder Glück verspüren zu dürfen. Wenn man glaubt, andere würden einem das übel nehmen, sollte man sich fragen, was man denn den anderen raten würde, wenn sie selbst in der Situation sind. Jeder Tag hat 86 400 Sekunden, zieht man acht Stunden Schlaf ab, dann sind es noch 57 600 Sekunden. Da bleibt doch Zeit für glückliche Momente. Und dann kann man überlegen: Was könnte mir gut tun? Was macht mir etwas Freude? Und das sollte man dann auch aktiv angehen.

Zusammenbruch, Stabilisierung und Neubeginn – das sind die drei Phasen der Krise. Wie wichtig ist es, diese unterschiedlichen Phasen auch bewusst wahrzunehmen?

Silke Franzen: Durch die Wahrnehmung der Phasen kann ich diese selbst gestalten, und damit kann ich aktiver werden. Das mindert die eigene Hilflosigkeit, die wir in Krisen so oft erleben, und gibt uns etwas von unserer Kontrolle zurück. Dadurch können wir entscheiden, wie die Krise weiter verläuft. In der ersten Phase, der Phase des Zusammenbruchs geht es darum, die eigenen Reaktionen zu normalisieren. In der zweiten Phase, der Phase der Stabilität, können wir uns ganz bewusst auf unsere zehn Fähigkeiten zur Krisenbewältigung, die jeder in sich trägt, besinnen und diese einsetzen. In der letzten Phase, dem Neubeginn, geht es darum, aktiv zu beeinflussen, wie es weitergehen soll. Was muss und was möchte ich aus meinem alten Leben über Bord werfen, welche Prioritäten möchte ich zukünftig setzen?

Sie versammeln in Ihrem Buch nicht nur eine Menge Wissen zur Krise, sondern haben auch eine Reihe von Arbeitsblättern für Ihre Leser_innen zusammengestellt: Ist Krisenbewältigung immer auch Arbeit?

Silke Franzen: Nicht immer, aber manchmal schon. Aber Arbeit muss ja nicht negativ sein, Arbeit kann doch Freude machen. Deshalb würde ich hier Arbeit mit Handeln gleichsetzen, Handeln, um die Krise meistern zu können. Das Wort Krise kommt ursprünglich aus dem Griechischen und heißt „Entscheidung“. Und die Entscheidung darüber, wie die Situation sich entwickelt, sollte man selbst in die Hand nehmen. Durch eine Krise wird meist unsere Selbstwirksamkeitserwartung infrage gestellt, wir haben den Eindruck, dass uns die Kontrolle entzogen wird – dabei ist Orientierung und Kontrolle doch eines unserer psychischen Grundbedürfnisse. Durch diese „Arbeit“ gewinnen wir die Kontrolle zurück. Die Arbeitsblätter sollen dabei helfen, das Gelesene zu reflektieren und auf die persönliche Situation anzuwenden. Das kann mal anstrengend sein, lohnt sich aber.

Wenn Sie Ihren Leser_innen etwas mitgeben könnten, was wäre das – hier und jetzt?

Silke Franzen: Wenn Sie in einer Krise sind, besinnen Sie sich darauf, dass nahezu jeder schon Krisen erlebt hat. Sie sind nicht damit allein. Manchmal vergessen wir in Krisen, welche Stärken wir haben. Besinnen Sie sich auf Ihre Fähigkeiten. Es gibt keine Patentrezepte, aber ich würde mich freuen, wenn mein Buch auch nur einigen Menschen helfen würde, einen Weg aus ihrer Krise zu finden.

Die Autorin
Silke Franzen ist Psychotherapeutin und Beraterin zu den Themen Krisenmanagement und Stressbewältigung. Zuvor hat sie bei der Deutschen Lufthansa AG das sogenannte Special Assistance Team zum Krisenmanagement aufgebaut. Sie hat über 2000 freiwillige (Laien-)Helfende geschult und war bei zahlreichen Kriseneinsätzen zur Unterstützung der Überlebenden, der Angehörigen und der Supervision der Ersthelfenden vor Ort.

Silke Franzen
Happy Hour
Wie wir gesund und gestärkt persönliche Krisen durchstehen
2021, 223 Seiten, Paperback broschiert
EUR 22,00/EUA 22,70/sFr 24,79
ISBN 978-3-593-51481-9
Erscheinungstermin: 15.09.2021

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