Zölle, Rechte, Rohstoffe – Wie Europas Zukunft an der neuen Weltordnung geformt wird

Zölle, Rechte, Rohstoffe - Wie Europas Zukunft an der neuen Weltordnung geformt wird

Zölle, Rechte, Rohstoffe – Wie Europas Zukunft an der neuen Weltordnung geformt wird – Doobloo AG

Ein Artikel von Dr. Peter Riedi, Geschäftsführer der doobloo AG, mit juristischer Analyse von Dr. Thomas Schulte, Rechtsanwalt in Berlin

Ein Umbruch, der alles verändert?

Was wie ein Streit um Importzölle aussieht, ist in Wahrheit der Beginn einer neuen globalen Ordnung. Mit seiner aggressiven Zollpolitik hat US-Präsident Donald Trump eine Debatte entfacht, die weit über Handelsfragen hinausreicht. Für Europa stellt sich die Frage: Was sind die juristischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen dieser Entwicklung? Und welche Rolle spielen dabei strategische Rohstoffe – das unsichtbare Fundament der industriellen und digitalen Transformation?

Zoll als Mittel der Macht: rechtliche Einordnung eines politischen Instruments

Dr. Thomas Schulte bringt es auf den Punkt: „Zölle sind keine Wirtschaftspolitik zweiter Klasse, sondern ein machtvolles rechtliches Instrument im internationalen Konflikt.“ Laut WTO-Recht sind einseitige Strafzölle nur unter engen Voraussetzungen zulässig, etwa bei nachgewiesenem Dumping oder Sicherheitsrisiken. Doch Trumps Politik ignoriert zunehmend diese Regeln. Die WTO selbst spricht von einem „Erosionseffekt“, der das multilaterale Handelssystem bedroht.

Die EU sieht sich gezwungen, zu reagieren. Im Rahmen der WTO wurden bereits mehrere Beschwerdeverfahren gegen die USA eingeleitet. Darunter auch im Jahr 2025 eine neue Klage wegen der Erhebung pauschaler Zölle auf europäische Fahrzeuge. Eine Entscheidung dazu steht noch aus, doch in früheren Fällen urteilte die WTO deutlich: Ein Mitgliedstaat darf Zölle nicht als Sanktionsmechanismus missbrauchen (z. B. WTO-Urteil DS543, „US-Sektion 301 Tariffs“).

Das juristische Dilemma Europas: Reagieren, aber wie?

Die EU könnte selbst Zölle erheben, tut dies aber nur begrenzt. Einerseits, um den Handelsfrieden nicht weiter zu gefährden, andererseits, weil viele Mitgliedstaaten vor den wirtschaftlichen und politischen Folgen zurückschrecken. Der Vorschlag, US-Techkonzerne mit einer Digitalsteuer zu belegen, wird diskutiert, doch ist rechtlich komplex. „Europa bewegt sich in einem engen Korsett aus WTO-Regeln, europäischem Primärrecht und politischer Realität“, sagt Dr. Schulte.

Rohstoffe: das neue Erdöl Europas?

Dr. Peter Riedi sieht die Sache aus volkswirtschaftlicher Perspektive: „Die Zukunft Europas entscheidet sich am Zugang zu strategischen Rohstoffen.“ Ohne Lithium, Kobalt, Seltene Erden oder Gallium ist weder Elektromobilität noch Digitalisierung oder Rüstung denkbar. China kontrolliert laut Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe über 80 % der Weltproduktion einiger dieser Materialien.

Ein Beispiel: Im Jahr 2023 stoppte China den Export von Germanium für mehrere Monate – die Preise stiegen um 200 %, europäische Chipfabriken standen still. Für Dr. Riedi ist klar: „Wenn wir uns nicht selbst um Versorgungssicherheit kümmern, wird jede Transformation zur Illusion.“

Juristische Strukturen für Rohstoffsouveränität: benötigt Europa ein neues Recht?

Die rechtlichen Rahmenbedingungen hinken der geopolitischen Realität hinterher. Europa benötigt ein modernes Rohstoffsicherungsrecht. Dr. Schulte fordert etwa eine europarechtlich legitimierte Liste strategischer Projekte, die unter erleichterten Genehmigungsregeln stehen und auch Rohstoffimporte priorisieren dürfen. „Was wir bei Gaspipelines schon hatten, müssen wir jetzt auch für Lithiumminen und Recyclingwerke denken.“

Das Critical Raw Materials Act (CRMA) geht in diese Richtung, ist aber aus Sicht beider Experten erst ein Anfang. Vor allem braucht es laut Riedi einen verbindlichen EU-Rohstoffplan, mit strategischen Lagern, Handelsabkommen auf Gegenseitigkeit und Forschungsprogrammen für Substitution und Recycling.

Transformation statt Isolation: Die Chance der Stunde

Trotz aller Eskalation sehen Schulte und Riedi keinen Grund, die Globalisierung komplett zu verwerfen. Im Gegenteil: Jetzt ist der Moment, sie neu zu gestalten. „Wir benötigen keinen Protektionismus, sondern Fairness“, sagt Dr. Riedi. Und Dr. Schulte ergänzt: „Was fehlt, ist eine Rechtsordnung, die globale Gleichgewichte anerkennt, aber Missbrauch verhindert.“

Mit Blick auf die WTO mahnt Okonjo-Iweala ebenfalls zur Besonnenheit: „Ein stabiler, regelbasierter Welthandel ist der einzige Weg zu dauerhaftem Wohlstand.“ Diese Aussage ist keine Floskel, sondern Auftrag. Europa muss handeln – juristisch, wirtschaftlich, diplomatisch. Jetzt.

Fazit: Zölle sind Symptome, Rohstoffe die Ursache – und das Recht der Schlüssel

Die neue Weltordnung wird nicht nur mit Verträgen, sondern mit Rohstoffen, Rechten und Regeln gemacht. Wer zögert, verliert. Wer gestaltet, gewinnt. Die europäische Antwort auf Trumps Zollpolitik darf nicht nur in Prozenten gemessen werden, sondern in Weitsicht, Vernunft und Integrität. Denn das Ziel bleibt: ein fairer, stabiler und zukunftsfähiger Welthandel auf Augenhöhe.

Dr. Peter Riedi

Volkswirt & Edelmetallexperte

Dr. Peter Riedi ist eine herausragende Persönlichkeit im Bereich der Volkswirtschaft und des Edelmetallhandels. Mit einem tiefen Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge und langjähriger Erfahrung in der Edelmetallbranche ist er ein gefragter Experte und Ansprechpartner bei Doobloo für Metallinvestitionen.

Die doobloo AG mit Sitz im Fürstentum Liechtenstein hat sich auf den Kauf strategischer Metalle spezialisiert. Sie ist überzeugt, dass jedes Anlageportfolio um einen greifbaren Sachwert erweitert werden sollte, als eine krisen- und inflationssichere Komponente. Technologiemetalle und Seltene Erden werden für fast alle Hightech-Entwicklungen der letzten Jahre dringend benötigt.

Kontakt
doobloo AG
Dr. Peter Riedi
Meierhofstasse 2
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Unterschiedliche Perspektiven im Handel: Ländervergleich zwischen Deutschland, Frankreich und Großbritannien

Stimmungsbarometer belegt: Deutsche sind optimistisch

Unterschiedliche Perspektiven im Handel: Ländervergleich zwischen Deutschland, Frankreich und Großbritannien

Düsseldorf, 20. Januar 2025 – Eine aktuelle Umfrage von iBanFirst beleuchtet die Haltungen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien zur Entwicklung von zentralen Themen des internationalen Handels. Das Stimmungsbarometer zeigt deutlich: Es gibt große Unterschiede zwischen den drei Ländern. Die Ergebnisse unterstreichen die starke Position und Offenheit der Deutschen im internationalen Handel. Mit einer breiten Zustimmung zu Exporten, Freihandel und fairen Handelsregeln hebt sich Deutschland deutlich von Frankreich und Großbritannien ab. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass es Potenziale zur Optimierung gibt, insbesondere bei der Vereinfachung von Handelsprozessen und dem Schutz von Arbeitnehmerrechten.

Wahrnehmung von Handel, Export und Import in Deutschland
Ihre Offenheit gegenüber dem internationalem Handel hebt das Stimmungsbarometer dabei besonders hervor. 83 % der befragten Deutschen sehen den internationalen Handel als „positiv“ oder „sehr positiv“ – ein deutlicher Vorsprung gegenüber den Menschen in Frankreich (43 %), in Großbritannien sind es immerhin (71 %). Auch beim Thema Freihandel sind die deutschen Umfrageteilnehmer optimistisch: Nahezu drei Viertel (72 %) bewerten das Thema als „positiv“ oder „sehr positiv“. Ein vergleichbares Ergebnis zeigt sich in Großbritannien, wo 76 % der Befragten eine positive Haltung einnehmen. Franzosen bilden hingegen mit lediglich 27 % Optimisten das Schlusslicht.
Auch beim Export spiegelt sich diese Wahrnehmung wider: 79 % der deutschen Umfrageteilnehmer bewerten den Begriff „Export“ positiv, in Frankreich sind es 76 %, während nur 60 % der britischen Befragten positiv denken. In puncto Import sind Deutsche ebenfalls optimistisch, für 61 % der Befragten ist der Begriff positiv besetzt, in Großbritannien sind 40 % der Umfrageteilnehmer dieser Meinung und in Frankreich sogar nur gut ein Fünftel (21 %).

Hoher Protektionismus in Frankreich
Die Ergebnisse zeigen, dass protektionistische Tendenzen in Frankreich stärker ausgeprägt sind. Französische Umfrageteilnehmer bewerten Protektionismus mit 45 % Zustimmung deutlich positiver als in Großbritannien (31 %). Deutsche Umfrageteilnehmer zeigen sich besonders kritisch. Lediglich 8 % der Befragten bewerten protektionistische Maßnahmen positiv – ein klarer Hinweis auf die starke Exportorientierung deutscher Unternehmen.
Im Hinblick auf die Zollgebühren ergibt sich ebenfalls ein sehr differenziertes Bild zwischen den Befragten aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland: Während fast die Hälfte (47 %) der Umfrageteilnehmer aus Frankreich den Begriff positiv besetzen, sind es in Großbritannien nur 21 % und in Deutschland gerade einmal 12 %.
Deutsche Unternehmen fordern faire Handelsregeln und einfachere Zollverfahren
Das Stimmungsbarometer verdeutlicht, dass Deutsche klare Prioritäten setzen, um den internationalen Handel zu stärken. So plädiert die Mehrheit (70 %) der Befragten für faire Handelsregelungen zwischen allen Ländern. Zudem stehen der Kampf gegen unfaire Wettbewerbspraktiken (53 %) und der Ausbau von standardisierten Arbeitnehmerrechten (35 %) im Vordergrund. Mehr als die Hälfte (54 %) spricht sich für eine Vereinfachung von Verwaltungs- und Zollprozessen aus, während ein Viertel (25 %) die Verbesserung von Umweltstandards unterstützt. Darüber hinaus fordern 39 % der deutschen Befragten internationale Kooperationen zu stärken, 10 % wollen den Geldaustausch zwischen Staaten optimieren und 21 % den Marktzugang für Entwicklungsländer verbessern, um Chancengleichheit und faire Bedingungen auf globaler Ebene zu schaffen.

Deutschland als Treiber des internationalen Handels
„Deutschland ist und bleibt ein Vorreiter im internationalen Handel. Die Studie zeigt jedoch auch, dass wir uns nicht auf unseren Erfolgen ausruhen dürfen. Es gilt, bestehende Herausforderungen aktiv anzugehen und unsere Position als Handelsnation weiter auszubauen“, resümiert Besart Shala, Country Manager Germany bei iBanFirst.
iBanFirst hat für dieses Stimmungsbarometer zum internationalen Handel in Frankreich, Großbritannien und Deutschland im Dezember 2024 und Januar 2025 die allgemeine Öffentlichkeit befragt (ohne Angaben zum Beruf der Befragten). Die Stichprobe umfasst 1.000 Personen pro Land (Frankreich, Großbritannien, Deutschland).

Über iBanFirst
iBanFirst, gegründet 2016, ist ein globaler Finanzdienstleister mit einer innovativen Plattform für das Fremdwährungsmanagement. Im Gegensatz zu Mitbewerbern bietet iBanFirst professionelle Unterstützung durch Devisenexperten, wodurch das Fintech insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die international tätig sind, ein zuverlässiger Partner ist. Für zusätzliche Transparenz sorgt der branchenweit einzigartige Payment Tracker, mit dem Unternehmen ihre Zahlungen in Echtzeit verfolgen können. iBanFirst ermöglicht Führungskräften und Finanzteams den direkten Zugang zu den Devisenmärkten, das Speichern, Empfangen und Versenden von Geld in über 30 Währungen sowie die Entwicklung individueller Absicherungsstrategien. Als von der Belgischen Nationalbank reguliertes Zahlungsinstitut ist iBanFirst in der gesamten Europäischen Union zugelassen. Als Mitglied des SWIFT-Netzwerks und SEPA-zertifiziert verfügt iBanFirst außerdem über AISP- und PISP-Akkreditierungen gemäß PSD2.

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