Zurück in den Sport nach Verletzung

Funktionelle Bewegungsanalyse – auch ohne Apparate möglich?

Zurück in den Sport nach Verletzung

Die Entscheidung über die Rückkehr nach einer Verletzung zum Sport ist multifaktoriell und komplex. Täglich werden von Ärzten, Athleten und Trainern Sportfreigaben getroffen. Wenn jedoch entscheidende biologische und biomechanische Parameter nicht ausreichend berücksichtigt werden, besteht ein erhöhtes Risiko einer erneuten Verletzung. Immer häufiger werden deshalb auch „funktionelle“ Testbatterien als Entscheidungshilfen genutzt. Bei der funktionellen Bewegungsanalyse geht es darum, Ursachen aufzudecken, warum Bänder, Sehnen, Gelenke, Muskeln nach einer Verletzung oder durch eine Überlastung nicht richtig funktionieren. Wie sie gehandhabt wird, darüber referiert Dr. Hauke Dewitz (ORTHO SPORTS LAB, Pulheim) auf dem 33. Jahreskongress des BVASK in Düsseldorf.

Seit Jahren wird in Studien eine hohe Zahl von Re-Verletzungen beschrieben, die bei der Rückkehr zum Sport auftreten. Teilweise sogar noch in der Rehabilitationsphase. Deshalb reicht eine klinische Untersuchung in Kombination mit der Zeitdauer seit des Verletzungsereignisses, sowie die ärztliche Erfahrung alleine nicht mehr aus.

Dewitz: „Ganz ohne Apparate geht es eben nicht. Wenn ich die nächste Stufe der Rehabilitation (Meilenstein) erreichen will, muss ich eben auch mal die Kraftfähigkeit oder die Muskelansteuerung messen / bewerten können.“

Derzeit werden Reha-Maßnahmen selten durch objektive Parameter begleitet. Es wäre wünschenswert, wenn Orthopäden in Zukunft „Zwischenzeugnisse“ für den Reha-Patienten auch anhand objektiver Parameter geben müssten. Werden Folgeverletzungen durch zu frühe Belastung oder nicht vollständig Rehabilitierte auf diese Weise vermieden, wäre das die kostengünstigere Variante für das Gesundheitswesen.

Dewitz erklärt, das sei wie beim TÜV, wo eben auch nicht nur aufgrund der Fahrleistung /Fahrzeugalter ein Zertifikat ausgestellt wird. Eine eingeschränkte TÜV Untersuchung, wo nur die Bremse untersucht wird, gibt es nicht. Auch Lenkung und Stoßdämpfung sind immer dabei.

Um die Beschwerden oder den Status quo objektiv einordnen zu können, ist deshalb die Funktionelle Bewegungsanalyse mit ihren exakten Messwerten unersetzlich und unterstützt Ärzte und Therapeuten in ihren Entscheidungen.

Dieses und weitere spannende Themen auf dem BVASK-Kongress am 27. und 28. Januar in Düsseldorf.

Der Berufsverband für Arthroskopie e.V. vertritt die fachlichen und politischen Interessen arthroskopisch tätiger Ärzte (Orthopäden und Chirurgen) in Deutschland. Ziel ist es, alle Patienten nach dem modernsten Stand der Medizin versorgen zu können.

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ZKOS / Sportmedizin / Bänderriss am Fußgelenk – was ist zu tun?

Zeulenrodaer Kongress für Orthopädie und Sportorthopädie (ZKOS) vom 26. bis 28. August 2021

ZKOS / Sportmedizin / Bänderriss am Fußgelenk - was ist zu tun?

(Bildquelle: Bauerfeind)

Bänderrisse am Sprunggelenk zählen zu den häufigsten Sportverletzungen. Die höchste Verletzungsgefährdung besteht beim Basketball, Volleyball, Fußball und bei der Gymnastik. Nicht nur Leistungssportler sind betroffen – fast jeden Bürger kann es beim Sport und im Alltag treffen. Auf dem 12. Zeulenrodaer Kongress für Orthopädie und Sportorthopädie mit über 250 Ärzten, Wissenschaftlern und Therapeuten diskutieren Experten deshalb unter anderem auch über die ligamentäre Instabilität am Sprunggelenk und die Versorgung nach neuestem medizinischem Stand.

Nach einem Umknicktrauma mit Band-Zerreißung erfolgt die Erstbehandlung mit:

-Kühlung
-Kompression
-Hochlagerung
-Entlastung

Prof. Dr. Martin Engelhardt, Sportorthopäde, Unfallchirurg, Chirotherapeut und Ärztlicher Direktor des Klinikums Osnabrück: „Danach wird überwiegend konservativ behandelt. Über sechs Wochen erfolgt eine Schienung mit einer Orthese (Tag und Nacht). Je nach Beschwerden kann dabei das Fußgelenk auch vorsichtig belastet werden. Solange Schwellungen vorhanden sind, sollten immer wieder abschwellende Maßnahmen ergriffen werden. Anschließend sind Physiotherapie und sensomotorisches Training äußerst wichtig.“

Wird die akute Verletzung nicht konsequent behandelt, droht ein chronisch instabiles oberes Sprunggelenk, so Engelhardt. Dieses muss oftmals operativ versorgt werden, um einen frühzeitigen Gelenkverschleiß (Sprunggelenksarthrose) zu vermeiden.

Mit gezielten Maßnahmen kann jeder die Gefahr einer Verletzung am Sprunggelenk reduzieren. Dazu gehören das Tragen von geeigneten Sportschuhen, ein konsequentes sensomotorisches Training, der Ausgleich muskulärer Dysbalancen, ein adäquates Aufwärmprogramm vor der intensiven Belastung, ein Lande- und Sturztraining für gefährdete Sportarten (z.B. Basketball, Volleyball), sowie knöchelübergreifende Schnürbandagen oder Orthesen, zum Beispiel im Basketball.

Zum Kongress (https://www.zkos.de/)

Die trinationale (Deutschland, Österreich, Schweiz) Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) ist der größte europäische Zusammenschluss von Sportorthopäden und Sporttraumatologen. Sie ist erster Ansprechpartner in der Versorgung von Sportverletzungen und Garant für Qualität in der sporttraumatologischen Versorgung. Ihr Ziel ist es, das Verständnis von sportlicher Belastung und Verletzungen zu verbessern, um die muskuloskelettale Funktion und Lebensqualität zu erhalten. Dafür fördert die GOTS die Aus-und Weiterbildung, die Forschung sowie den internationalen Austausch unter sportorthopädisch und sporttraumatologisch tätigen Medizinern und Berufsgruppen angrenzender Fachgebiete.

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