Biogas gegen Energieknappheit – AGRAVIS fordert Umdenken

Biogas gegen Energieknappheit - AGRAVIS fordert Umdenken

Die Biogasproduktion (https://www.agravis.de/de/energie-mobilitaet/biogas/) kann der diskutierten Energieknappheit in spürbarem Maße entgegenwirken. Davon gehen die Experten der AGRAVIS Raiffeisen AG (https://www.agravis.de/de/index.html) aus. Allerdings, so macht das Agrarhandelsunternehmen deutlich, fehlten trotz der Aussage von Minister Habeck, die Biogasproduktion kurzfristig ausweiten zu wollen, nach wie vor die notwendigen gesetzlichen Regelungen.

Biogasbetriebe können Produktion steigern

Betreiber:innen von Biogas- und Biomethananlagen signalisierten aktuell eine große Bereitschaft, die Produktion zu steigern – um 20 bis 25 Prozent. Dafür müssten gesetzliche Einschränkungen, wie Höchstbemessungsleistung und Begrenzung der Gaserzeugung privilegierter Anlagen, kurzfristig und befristet ausgesetzt werden. „Solange es hierzu keine verbindliche, rechtssichere Regelung gibt, riskieren Betreiber:innen den Verlust von Erlösen oder der gesamten Betriebsgenehmigung“, so AGRAVIS-Chef Dr. Dirk Köckler.

Anteil von Biogas kann um 3 Prozent steigen

Bislang hat Biomethan, also auf Erdgasqualität aufbereitetes Biogas, einen Anteil von gerade einmal einem Prozent am deutschen Gasmarkt. Doch dieser Anteil könnte mittelfristig auf rund drei Prozent steigen, wie nach Medienberichten aus einer Kurzstudie des Deutschen Biomasseforschungszentrums Leipzig und des Wuppertal Instituts hervorgeht. Aber auch ohne die Aufbereitung zu Biomethan könne Biogas bei einer Vor-Ort-Verstromung zur flexiblen Stromproduktion beitragen. Bis zu 46 Prozent der momentan durch Gaskraftwerke erzeugten Stromproduktion ließen sich aus Biogas decken, heißt es in der Studie.

Deutsches Biogas kann 1 Million Haushalte versorgen

„Biogas und Biomethan sind aufgrund ihrer Speicherfähigkeit und Flexibilität in der Erzeugung ein absolut sinnvoller Ersatz für Erdgas aus Russland“, bestätigen auch die Biogas-Experten der AGRAVIS-Tochtergesellschaft TerraVis (https://www.terravis-biogas.de/). Aktuell sind in Deutschland rund 10.000 Biogasanlagen und nochmals etwa 200 Biomethananlagen in Betrieb. Die genehmigte Leistung dieser Anlagen beträgt rund 4 Gigawatt. Das entspricht einer jährlichen Stromproduktion von etwa 33 Terrawattstunden oder anders: Damit können rund 1 Mio. Haushalte mit 3.500 Kilowattstunden/Jahr versorgt werden.

Entlastung für deutschen Strom- und Wärmemarkt

Beim Blick auf das theoretisch nutzbare Potenzial wird schnell klar, warum die Experten auf ein Weiterdenken drängen. Die tatsächlich installierte elektrische Leistung der beschriebenen Anlagen beträgt ca. 6 Gigawatt. Das entspricht einer maximalen jährlichen Stromproduktion von ca. 50 Terrawattstunden – oder der Stromproduktion von vier Atomkraftwerken. „Die 17 Terrawattstunden zusätzliches Potenzial könnten zumindest teilweise kurzfristig und flexibel eingesetzt werden und so für Entlastung auf dem Strom- und Wärmemarkt sorgen“, fordert der AGRAVIS-CEO die Politik zum Handeln auf. Denn bekanntlich strebe die Bundesregierung einen stärkeren Beitrag der erneuerbaren Energien an, um Erdgas aus dem Strombereich zu verdrängen. „Bisher gibt es aber keine erkennbaren Aktivitäten. Stattdessen verzichten wir weitgehend auf Biogas, welches sofort verfügbar ist.“

Ausreichend Rohstoffe für Biogas-Erzeugung vorhanden

Gleichzeitig stellt AGRAVIS aber auch klar, dass ein Mehr an Biogas nicht bedeutet, dass mehr hochwertige Rohstoffe zur Biogas-Erzeugung notwendig sind. „Es stehen deutschlandweit noch erhebliche Mengen Wirtschaftsdünger zur Verfügung, die nicht in Biogasanlagen zum Einsatz kommen und sinnvollerweise als Biogas-Inputstoff genutzt werden können“, so TerraVis-Geschäftsführer Johannes Joslowski. Hier gebe es Bemühungen von staatlicher Seite, die absolut zu unterstützen seien. Denn: „Nicht zuletzt zur Minderung von Lachgas-Ausgasung sollten Gülle und Mist erst energetisch genutzt und anschließend zur Düngung eingesetzt werden“, macht Joslowski deutlich.

Und es gibt weitere Optionen: So sei es beispielsweise möglich, Substratpotenziale in der Nutzung von unbedenklichen Abfällen (u.a. Getreide-Abfälle, Grasschnitt) sowie Reststoffen aus der Futter- und Lebensmittelproduktion zu heben. Aktuelle Herausforderung: Beim Einsatz von Abfall- und Reststoff-Substraten muss der Rechtsrahmen angepasst werden. In den Niederlanden sei man beispielsweise schon einen Schritt weiter, hier sei die breite Nutzung in Biogasanlagen, unter strenger Kontrolle des Hygienerechts, möglich.

Die AGRAVIS Raiffeisen AG ist ein modernes Agrarhandelsunternehmen in den Segmenten Agrarerzeugnisse, Tierernährung, Pflanzenbau und Agrartechnik. Sie agiert zudem in den Bereichen Energie und Raiffeisen-Märkte einschließlich Baustoffhandlungen soüberwie im Projektbau. Die AGRAVIS-Gruppe erwirtschaftet mit über 6.300 Mitarbeiter:innen 7,3 Mrd. Euro Umsatz und ist als ein führendes Unternehmen der Branche mit mehr als 400 Standorten überwiegend in Deutschland tätig. Internationale Aktivitäten bestehen über Tochter- und Beteiligungsgesellschaften in mehr als 20 Ländern und Exportaktivitäten in mehr als 100 Ländern weltweit. Der Unternehmenssitz ist Münster.
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Ein blühendes Friedenssymbol dank AGRAVIS NetFarming

Ein blühendes Friedenssymbol dank AGRAVIS NetFarming

In Willebadessen-Altenheerse (Kreis Höxter) hat Landwirt Raimund Rehermann ein ganz besonderes Feld: Auf zwei Hektar seines Ackers blühen Mais, Sonnenblumen und Ölleinen in der Form eines Peace-Symbols. Mit seiner Aktion möchte er Aufmerksamkeit für die Menschen in der Ukraine schaffen und zu Spenden aufrufen. Was ihn auf die Idee zu dieser besonderen Aktion brachte und wie die AGRAVIS NetFarming (https://www.netfarming.de/de/netfarming_de/)-Experten ihn dabei unterstützten, erzählt der 61-Jährige im Interview.

Zum Interview (https://www.agravis.de/de/agravis-aktuell-digital/artikel-seiten/ein_bluehendes_friedenssymbol_dank_agravis_netfarming/#/)

Sie wollen die Aktion unterstützen? Spendenkonto: DE82 4725 1550 0027 0000 25

Alle Spenden gehen zu 100 Prozent an Hilfsangebote von Geflüchteten aus der Ukraine.
Auf Wunsch werden von der Stadt Willebadessen Spendenquittungen ausgestellt. Folgende Angaben sind dafür notwendig: Name, Adresse und Verwendungszweck „Aktion Peace-Zeichen“.

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AGRAVIS-Podcast: Nach der Ernte ist vor der Ernte

AGRAVIS-Podcast: Nach der Ernte ist vor der Ernte

In der aktuelle Podcast-Folge der AGRAVIS Raiffeisen AG (https://www.agravis.de/de/) geht es um das Thema „Nach der Ernte ist vor der Ernte: der kompakte Flächen-Check“.
In den vergangenen Tagen lief der Mähdrescher auf Hochtouren. In fast allen Regionen stehen nur noch Stoppeln auf dem Feld. Was sollten die Landwirt:innen unter uns nun beachten? Warum ist es wichtig, eine teilflächenspezifische Bodenbeprobung durchführen und ist es sinnvoll, dass sie direkt kalken?

Die Ernte 2022 ist aktuell auf der Zielgeraden. Die Felder sind somit bald abgeerntet, womit sich die Frage stellt: Wie kann ich meinen Acker am besten für die nächste Aussaat vorbereiten? Die teilflächenspezifische Bodenbeprobung und Kalkung stehen im Fokus dieser Folge.
Zu Gast im Podcast sind dieses Mal Heiner Billmann und Nils Krawczyk.

Zum Podcast (https://www.agravis.de/de/ueber-agravis/newsroom/agravis-podcast/5-fragen_nach-der-ernte-ist-vor-der-ernte-2.html)

Alle Podcast-Folgen gibt es unter agrav.is/podcast (https://www.agravis.de/de/ueber-agravis/newsroom/agravis-podcast/).

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AGRAVIS: Konkurrenz um Frachtraum erfordert rasches Handeln

AGRAVIS: Konkurrenz um Frachtraum erfordert rasches Handeln

Die AGRAVIS Raiffeisen AG (https://www.agravis.de/de/) ist besorgt wegen sich abzeichnender weiterer Engpässe in der Binnenschifffahrt. „Die Frachträume sind schon heute knapp und sehr teuer“, erklärt der Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Köckler. Nun würden weitere Logistikkapazitäten für den Transport von Steinkohle benötigt. Denn der Bund habe entschieden, wegen der befürchteten Gasknappheit auch wieder verstärkt auf die Kohleverstromung zurückzugreifen.

„Damit keine Missverständnisse aufkommen: Natürlich muss in dieser noch nie dagewesenen Situation alles dafür getan werden, die Energieversorgung in Deutschland zu sichern. Das ist von essentieller Bedeutung – für die Privathaushalte genauso wie für die Wirtschaft“, so der Unternehmenschef. „Aber wenn die Politik im Einvernehmen mit den handelnden Akteuren entlang der Transportkette jetzt nichts unternimmt, dann steuern wir sehenden Auges in die nächste Krise.“

Deshalb müssten für die Binnenschifffahrt Lösungen entwickelt werden, die auch die berechtigten Interessen der Agrar- und Ernährungswirtschaft berücksichtigen. „Sie hat schon in der Coronakrise nachdrücklich ihre Systemrelevanz unter Beweis gestellt und gewährleistet auch jetzt in der angespannten Lage aufgrund des Ukraine-Krieges die Ernährungssicherheit in Deutschland.“

Nachdem die Kohletransporte auf den Binnengewässern seit 2016 stark zurückgegangen waren, wurden zahlreiche ältere Kohleschiffe verschrottet. Parallel nahmen die Anlieferungen von landwirtschaftlichen Produkten per Schiff stark zu. Die aktuell wieder zunehmende Konkurrenz um Frachtkapazitäten führt als Konsequenz dazu, dass eine reduzierte Flotte vermehrt Energietransporte zu den Kohlekraftwerken übernimmt und diese Frachträume über den Preis auch bereitgestellt werden.

Zugleich ergibt sich in den nächsten Monaten ein signifikanter Mehrbedarf für den Agrarsektor. „Die fehlenden Weizenexporte aus der Ukraine müssen ausgeglichen werden, und dadurch werden bis Dezember zusätzliche Transporte aus Deutschland und weiteren europäischen Nachbarländern zu den Mühlenstandorten erforderlich. Danach erntet die Südhalbkugel“, beschreibt Köckler den steigenden Bedarf.

„Wir haben in Deutschland aber nicht genügend Frachtraum, um sowohl die Kohletransporte als auch die Agrarprodukte an ihr Ziel zu bringen.“ Deswegen müssten in einem ersten Schritt Leerfahrten unbedingt vermieden werden. „Zertifizierte Schiffe aus dem Agrarsektor sollten die Möglichkeit erhalten, als Rückfracht von den Kohlekraftwerken zu den Importhäfen oder auf Teilstrecken Nahrungs-, Futter- oder Düngemittel zu transportieren. Ansonsten bekommen wir nicht genug Nahrungsmittel in die Exporthäfen und Rohstoffe in die Futtermittelwerke in Deutschland“, so die dringende Forderung des AGRAVIS-Chefs.

Die Politik sei gefordert, hierfür die erforderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Deshalb unterstütze die AGRAVIS auch die aktuellen verbandspolitischen Initiativen des Deutschen Raiffeisenverbandes in diesem Thema. Da, wo die Agrarhandelsunternehmen selbst gefordert seien, werde die AGRAVIS entsprechende Initiativen starten. Die AGRAVIS beauftragt für den Getreide- und Futterrohstofftransport pro Jahr rund 1.500 Schiffsladungen.

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Vor-Ernte-Mediengespräch auf dem AGRAVIS-Versuchsgut

Vor-Ernte-Mediengespräch auf dem AGRAVIS-Versuchsgut

v. li.: Georg Krimphove, Dr. Dirk Köckler, Susanne Schulze Bockeloh, Christopher Krimphove

Die Ernte 2022 (https://www.agravis.de/de/pflanzenbau/ernte/) rückt näher und selten wurde angesichts der Diskussion um Versorgungssicherheit, Preishausse und Energieembargo mit so großer Spannung auf Erträge und Mengen geschaut wie in diesem Jahr. Mit der aktuellen Marktlage von Getreide sowie den Ernteerwartungen in der Region Münster und dem Münsterland beschäftigte sich ein regionales Vor-Ernte-Mediengespräch der AGRAVIS Raiffeisen AG (https://www.agravis.de/de/) auf dem Versuchsgut St. Mauritz in Münster. Dort standen neben dem AGRAVIS-Vorstandsvorsitzenden Dr. Dirk Köckler, die Vorsitzende des landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster und Landwirtin Susanne Schulze Bockeloh sowie Georg Krimphove und Christopher Krimphove, beide Geschäftsführer der gleichnamigen Familienbäckerei, Rede und Antwort.

In Deutschland wird nach ersten Schätzungen eine Weizenernte von 22 bis 22,5 Mio. Tonnen (Vorjahr: 21,4) sowie eine Gerstenernte in Höhe von 10 bis 10,5 Mio. Tonnen (Vorjahr 10,4) erwartet. Die Bestände im Arbeitsgebiet der AGRAVIS Raiffeisen AG werden von den AGRAVIS-Marktexperteninsgesamt als sehr heterogen beschrieben. Örtlich gibt es besonders auf leichteren Standorten sowohl in der Gerste als auch im Weizen stärkere Trockenschäden (https://www.agravis.de/de/themen-und-kampagnen/trockenheit/). Niederschläge fielen oft nicht flächendeckend, sodass die Unterschiede auch in der Wasserversorgung groß sind. Auf besseren Standorten mit ausreichendem Niederschlag sind überdurchschnittliche Erträge zu erwarten. Vielerorts soll der Krankheitsdruck relativ gering sein. „Die Weizenbestände sind laut Angaben der Pflanzenbaufachleute weiterentwickelt als im Durchschnitt und im Vergleich zum Vorjahr deutlich weiterentwickelt. Das könnte für eine relativ frühe Weizenernte sprechen“, fasste Dr. Dirk Köckler, Vorstandsvorsitzender der AGRAVIS, zusammen.

Die ohnehin angespannte Versorgungslage bei Getreide auf den Weltmärkten werde durch den Krieg in der Ukraine allerdings weiter verstärkt. „Zusammengefasst müssen wir uns mit einem höheren und volatileren Preisniveau auseinandersetzen, Weizen zu 160 Euro pro Tonne werden wir wohl nicht mehr sehen“, so Dr. Köckler weiter. Steigende Logistikkosten und knapper Frachtraum erhöhen ebenfalls die Preise. Die hiesige Getreideversorgung sei in punkto Menge in jedem Fall gesichert.“Als AGRAVIS sehen wir uns als regionaler Partner der Genossenschaften und Landwirte sowie der Mehlmühlen. Mit einem strikten Risikomanagement und kleinen Positionen auf Sicht stellen wir Versorgungssicherheit für unsere Partner und deren nachgelagerte Kundinnen und Kunden sicher. Wir sind der verlässliche Partner der Landwirtschaft“, stellte der AGRAVIS-CEO heraus. Die kriegerischen Auseinandersetzungen haben fundamentale Auswirkungen aufdas Geschäft und die Struktur der heimischen Landwirtschaft. „In diesenZeiten ist es daher unsere gemeinsame Aufgabe, mit für Ernährungssicherheit zu sorgen“, betonte Dr. Köckler.

In der aufflammenden Diskussion um die Nutzung von Getreide für Energie und Tierfutter mahnte der AGRAVIS-Vorstandsvorsitzende zur Sachlichkeit und zur Betrachtung der Fakten: „Wir verwenden in der gesamten Mischfutterproduktion vonrund fünf Mio. Tonnen weniger als 20 Prozent Brot-Getreide. Mehr als 50 Prozent der eingesetzten Rohwaren sind Nebenprodukte wie Schrote oder Kleien aus den Schalen von Getreide und Eiweiß-Ölpflanzen wie Raps. Klassisches Futtergetreide wie Gerste, Triticale oder Mais hat eine feste Funktion in den mehrjährigen Fruchtfolgen auf den Äckern und dient gar nicht oder nur begrenzt für die Humanernährung. Die aktuell hohe internationale Nachfrage nach Brotweizen führt zu hohen Preisdifferenz zwischen Brot- und Futterweizen und minimiert somit den Anteil in den Futterrationen. Ein völliger Verzicht auf Brotweizen in der Tierfütterung ist möglich.“

Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster, warf anschließend einen Blick auf die Ernteerwartungen in der Region Münster. Sie hielt dabei fest, dass Vor-Ernte-Prognosen zunächst einmal die momentanen Bestände bewerten. „Die Witterung in der nächsten Zeit und bis hin zur Ernte hat auf die Ertragshöhe durchaus noch Einfluss“, betonte Schulze Bockeloh. „In jedem Stadium – Bodenbearbeitung, Aussaat, Pflanzenschutz – arbeiten die Landwirtinnen und Landwirte mit großer Sorgfalt, um ihr Ziel – einen möglichst hohen Ertrag mit guter Qualität – zu erreichen.“ Ob dies gelinge, zeige sich, so die Landwirtin, ab Anfang Juli, wenn die Mähdrescher losfahren, denn erst mit der Ernte werde abgerechnet.

„Grundsätzlich hat es zu wenig geregnet, vor allem im Frühjahr. Je nach Bodenqualität und somit Wasserhaltevermögen haben sich die Feldfrüchte entwickelt. Besonders auf leichten Böden beginnt das Getreide bereits abzureifen. Mit dem Start der Gerstenernte ist in den nächsten Tagen zu rechnen, wobei eine frühe Ernte kein Indiz für hohe Erträge ist“, führte Schulze Bockeloh weiter auf. Auf mittleren Böden stehe das Getreide gut und gut verteilte Niederschläge in der nächsten Zeit könnten beim Weizen gute Erträge sichern. Auch beim Mais, der auf schweren Böden einen schlechten Feldaufgang hatte und dem Wasser fürs Wachstum fehlte, könne die passende Witterung bis zur Ernte noch viel ausgleichen.

Im Hinblick auf die anstehenden Herausforderungen wie sichere Nahrungsmittelversorgung und Klimawandel sei die Landwirtschaft ein wichtiger Lösungsanbieter, so Schulze Bockeloh weiter. Dazu könne auch eine Zusammenarbeit auf regionaler Ebene zwischen Genossenschaften und Verarbeitern beispielsweise mit Bäckern ein Weg sein. „Die Landwirtinnen und Landwirte sind bereit neue Wege zu gehen, die Zukunft zu gestalten und Veränderungen im Ackerbau durch Anbaudiversifizierung vorzunehmen.“

Wie sich das verarbeitende Bäckerhandwerk der aktuellen Situation mit Versorgungsengpässen und hohen Preisen stellt, umrissen Georg Krimphove und Christopher Krimphove, beide Geschäftsführer der gleichnamigen Familienbäckerei. „Wir sollten zusammenrücken und eine intensivere Zusammenarbeit in der Region mit Konzepten für die Region vorantreiben. Vorstellbar und wünschenswert sind beispielsweise lokale Kooperationen zwischen Landwirtschaft, Mühlen und Bäckereien im Hinblick auf Anbaustrategien von Getreide und anderen Produkten“, hoben die Geschäftsführer hervor. Vorstellbar sei es, die Bedingungen für einen regionalen Anbau von Mohn oder Sonnenblumen zu erproben. Dazu signalisierte der AGRAVIS-Vorstandsvorsitzende direkt seine Bereitschaft. „Den Gedanken weiter zu festigen und Strategien auch hier auf dem AGRAVIS-Versuchsgut in St. Mauritz zu erproben, kann ich etwas Positives abgewinnen. Wir sind bereit.“

Darüber hinaus waren sich alle Beteiligten einig, dass die Suche nach qualifizierten Mitarbeitendeneine weitere Herausforderung für die Unternehmen der Wertschöpfungskette Agrar darstellt. „Das Investment in Recruiting sowie in Aus- und Weiterbildung nehmen somit aktuell einen besonders hohen Stellenwert ein“, betonte Dr. Dirk Köckler.Susanne Schulze Bockeloh unterstrich deshalb auch, dass die Landwirtschaft als attraktiver Arbeitgeber viel Potenzial biete. Und auch in den Bäckereien, so Christopher und Georg Krimphove, sei das Handwerk über Praktika und Ausbildung sehr gut kennenzulernen. „Das Bäckerhandwerk ist traditionell, aber hat sich in den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt – auch in punkto Arbeitszeiten.“

Bei einem abschließenden Rundgang über das Versuchsgut erhielten die Teilnehmenden des Mediengesprächs einen praktischen Einblick in zukunftsweisende regionale Anbaustrategien, die die AGRAVIS auf den Parzellen in St. Mauritz erprobt.

Die AGRAVIS Raiffeisen AG ist ein modernes Agrarhandelsunternehmen in den Segmenten Agrarerzeugnisse, Tierernährung, Pflanzenbau und Agrartechnik. Sie agiert zudem in den Bereichen Energie und Raiffeisen-Märkte einschließlich Baustoffhandlungen soüberwie im Projektbau. Die AGRAVIS-Gruppe erwirtschaftet mit über 6.300 Mitarbeiter:innen 7,3 Mrd. Euro Umsatz und ist als ein führendes Unternehmen der Branche mit mehr als 400 Standorten überwiegend in Deutschland tätig. Internationale Aktivitäten bestehen über Tochter- und Beteiligungsgesellschaften in mehr als 20 Ländern und Exportaktivitäten in mehr als 100 Ländern weltweit. Der Unternehmenssitz ist Münster.
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Reitsport: AGRAVIS-Cup in Oldenburg startet neu durch

Reitsport: AGRAVIS-Cup in Oldenburg startet neu durch

Mit einem attraktiven Angebot für die Aktiven und das Publikum sowie einem neuen Organisationsteam startet der AGRAVIS-Cup in Oldenburg (https://www.agravis.de/de/ueber-agravis/sponsoring/agravis-cup-oldenburg/) in diesem Jahr durch. Das Hallenreitturnier findet vom 27. bis 30. Oktober 2022 in der EWE-Arena statt. Die Turnierverantwortlichen sind überzeugt, dass sie für die Reiterinnen und Reiter, aber auch für Zuschauer:innen, Sponsoren und Ausstellende ein optimales Umfeld schaffen werden. „Der Reitsport ist in Oldenburg und in der gesamten Region Weser-Ems zu Hause. Deshalb freue ich mich sehr, dass wir mit dem AGRAVIS-Cup ein großes Hallenturnier behalten und somit ein starkes Signal in die Pferdesportregion Weser-Ems gesendet wird“, erklärt Manfred Büter, Vorsitzender der Reit- und Fahrschule Oldenburg.

Als Mitveranstalter weiß er in diesem Jahr die Terres-Agentur an seiner Seite, eine Tochtergesellschaft des Titelsponsors AGRAVIS Raiffeisen AG (https://www.agravis.de/de/) mit breit gefächerter Expertise im Veranstaltungsmanagement. Zudem wurden ausgewiesene Reitsportexpert:innen ins Team geholt, die über viel Erfahrung in der Organisation und Durchführung von Reitturnieren verfügen. „Die gemeinsame Arbeit macht sehr viel Freude. Es ist eine regelrechte Aufbruchstimmung entstanden, die uns alle gemeinsam sehr zuversichtlich auf das Turnier schauen lässt“, so Büter weiter.

Die Vorkommnisse beim Turnier 2021 im Zusammenhang mit der Qualität des Bodens sind für die Organisatoren abgehakt, denn hierfür gab es klare Verantwortlichkeiten. Es wurde daraufhin ein Schlussstrich gezogen. Nun schauen alle gemeinsam in neuer Aufstellung nach vorn. „Vertrauen und Verlässlichkeit zählen zu den Grundwerten der AGRAVIS. Das gilt auch dann, wenn es mal ,reingeregnet“ hat“, betont der Vorstandsvorsitzende des Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehmens, Dr. Dirk Köckler. „AGRAVIS steht zum Reitsport, steht zur Region Oldenburg, die zum Kernarbeitsgebiet unseres Unternehmens gehört. Gemeinsam mit unseren genossenschaftlichen Partnern stehen wir zu unseren Kunden im Weser-Ems-Raum; und diese Nähe leben wir hier beim AGRAVIS-Cup in Oldenburg“, so das klare Bekenntnis.

Die Neuauflage des AGRAVIS-Cups Oldenburg bietet Reitsport aus der Region für die Region. „Denn neben nationalem Spitzensport werden in diesem Jahr auch erstmalig die Bezirke des Pferdesportverbands Weser-Ems eine eigene Plattform bekommen“, nennt der sportliche Leiter Oliver Schulze Brüning eine wesentliche Neuerung. Jeweils drei Vereine aus jedem der vier PSVWE-Bezirke können sich in einer A-Dressur und einem Zwei-Sterne-A-Springen messen. Diese Mannschaftswettbewerbe werden dann beim Oldenburger Indoor Team Kombi Cup in einer Gesamtwertung zusammengefasst. Die Mannschaftskür am Donnerstagabend bleibt als ein bewährter Turnierhöhepunkt der vergangenen Jahre natürlich ebenfalls im Programm.

„Ich begrüße es sehr, dass die Vereine unseres Verbandes enger in das Turnier eingebunden werden“, erklärte dessen Präsident Michael George. „Das stärkt die hervorragende Arbeit, die unsere Vereine leisten, und wird sicherlich auch beim Publikum für zusätzliche Stimmung sorgen.“ Volle Ränge dürften auch garantiert sein bei der Ehrung des „8er-Teams“. Alle Kinder und Jugendlichen aus dem Pferdesportverband, die im vergangenen Jahr in einer Dressur, im Springen oder in der Vielseitigkeit mindestens die Wertnote 8,0 erzielt haben, werden beim AGRAVIS-Cup besonders ausgezeichnet.

Auf Top-Leistungen im Dressurviereck und im Stangenwald dürfen sich die Zuschauer:innen auch bei den anspruchsvollsten Prüfungen freuen – egal ob beim Grand Prix Special oder dem Großen Preis zum Abschluss, der mit 40.000 Euro dotiert sein wird. „Ich finde es wichtig, dass es Turniere wie den AGRAVIS-Cup weiterhin gibt“, sagte Jan Wernke, Springreiter aus Holdorf. Er ist seit einem Jahr Präsident des Clubs Deutscher Springreiter. „Der AGRAVIS-Cup ist ein gutes Beispiel dafür, wie es gelingen kann, Spitzensport und die ländliche Reiterei sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Wir brauchen solche Turniere, um eine gesunde Basis für unseren Sport zu behalten und Kinder und Jugendliche dafür zu begeistern.“ Ähnlich äußert sich Kira Wulferding, Dressurreiterin aus Wildeshausen. „Die Pandemie hat gezeigt, wie sehr uns Aktiven und dem Publikum der Turniersport gefehlt hat. Deshalb bin ich sehr froh über die Startmöglichkeit beim AGRAVIS-Cup. Zum jetzigen Zeitpunkt steht meine Planung für den Herbst noch nicht, aber mein Ziel ist es natürlich, in Oldenburg dabei zu sein.“

Nicht nur wegen des Sports allein wird es sich lohnen, im Oktober den AGRAVIS-Cup zu besuchen, sondern auch das Drumherum wird deutlich aufgewertet. In der großen Messehalle wird der Abreiteplatz in die Mitte verlegt, sodass ringsum Ausstellungsflächen und Gastroangebote zum Verweilen einladen. „Zu einem gelungenen Turnierbesuch gehört auch die Geselligkeit“, unterstreicht Manfred Büter. „Das wollen wir durch ein Ambiente ermöglichen, in dem sich jeder wohlfühlt.“

Der Vorverkauf für den AGRAVIS-Cup 2022 ist gerade gestartet. Alle Infos dazu unter www.agraviscupoldenburg.de (https://www.agravis.de/de/ueber-agravis/sponsoring/agravis-cup-oldenburg/).

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AGRAVIS plant Beteiligung an Nordic Seed Germany

AGRAVIS plant Beteiligung an Nordic Seed Germany

Die AGRAVIS Raiffeisen AG (https://www.agravis.de/de/) beabsichtigt, über eine Kapitalerhöhung 50 Prozent der Anteile an der Nordic Seed Germany GmbH (https://nordicseed.com/contact1/nordic-seed-germany) zu erwerben. Bisher ist das Unternehmen mit Sitz in Nienstädt/Niedersachsen eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Nordic Seed A/S, dem Saatgutzuchtunternehmen der Danish Agro a.m.b.a. und Vestjyllands Andel, mit der die AGRAVIS bereits in mehreren Joint Ventures erfolgreich zusammenarbeitet. Beide Partner haben inzwischen eine strategische Vereinbarung zu der Saatgutkooperation unterzeichnet. Die Zustimmung nach Europäischem Kartellrecht wird in Kürze beantragt.

Die AGRAVIS und die Nordic Seed sehen in dem Joint Venture eine gute Basis, um mit einem attraktiven Züchtungsportfolio noch passgenauer als bisher auf die Bedarfe der Landwirtschaft in Deutschland einzugehen. Deshalb soll die Züchtung leistungsstarker Sorten weiter ausgebaut werden. Dafür notwendig sei zudem eine gut aufgestellte Vertriebsorganisation, die mit der Unterstützung von Daniel Kloke zum 1. Juli 2022 weiter gestärkt wird. Daniel Kloke verfügt über langjährige Saatgut-Erfahrungen insbesondere im Produktmanagement und im Vertrieb.

„Mit dem eigenständigen Marktantritt der Nordic Seed Germany haben beide Partner die Chance, ihr Saatgutgeschäft in Deutschland gezielt weiterzuentwickeln und dadurch Wachstum und Mehrwerte für die Landwirtschaft zu generieren“, so der Vorstandsvorsitzende der AGRAVIS, Dr. Dirk Köckler. Für eine nachhaltig positive Entwicklung der Nordic Seed Germany brächten beide Seiten ihr spezielles Know-how ein – Danish Agro im Wesentlichen die züchterische Kompetenz, AGRAVIS vor allem die Leistungsstärke in Vertrieb, Produktmanagement und Marketing.

„Zugleich bauen wir unsere langjährige vertrauensvolle Partnerschaft mit der Danish Agro zielgerichtet weiter aus. Insofern stellt die Kooperation einen weiteren Baustein unseres Leitbildes „Gemeinsam stark“ dar“, so Dr. Köckler. Auch Henning Haahr, CEO von Danish Agro, sieht in dem Abkommen große Chancen. „AGRAVIS und Danish Agro sind bereits gemeinsam Eigentümer des deutschen Agrarunternehmens Ceravis AG und arbeiten dort eng zusammen. Die Kooperation in der Züchtung von Saatgut (https://www.agravis.de/de/pflanzenbau/saatgut/) eröffnet ganz neue Möglichkeiten, die Wertschöpfung für die Landwirte in Deutschland weiter zu verbessern.“

Nordic Seed A/S erzielte 2021 einen Umsatz von 32 Mio. Euro und ist in verschiedenen europäischen Märkten tätig. Das Portfolio mit den gängigen Getreide- und Leguminosenarten wird in Sortenversuchen in Skandinavien, dem Baltikum, Polen und Deutschland getestet.

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Hauptversammlung – Agravis legt Priorität auf Versorgungsauftrag

Hauptversammlung - Agravis legt Priorität auf Versorgungsauftrag

Vertreter des Aufsichtsrates und des Vorstandes vor der virtuellen Hauptversammlung der AGRAVIS.

Die AGRAVIS Raiffeisen AG (https://www.agravis.de/de/) ist erfolgreich in das Geschäftsjahr 2022 gestartet. Nach den ersten vier Monaten wurde ein Umsatz von 2,94 Mrd. Euro erreicht, und das Ergebnis vor Steuern liegt aktuell bei 7,7 Mio. Euro. Angesichts einer anhaltenden Preishausse bei Agrarrohstoffen, Dünger, Energie und vielen weiteren Produkten passte der Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Köckler in der virtuellen Hauptversammlung des Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehmens die Erwartungen mit Blick auf das gesamte Geschäftsjahr an. Demnach rechnet der AGRAVIS-Konzern bis Ende 2022 nun mit einem Umsatz von 7,3 Mrd. Euro (bisher 6,8 Mrd. Euro) und einem Ergebnis vor Steuern auf Höhe des Niveaus von 2021, als 33,2 Mio. Euro erreicht wurden. Bisher war man von 31,1 Mio. Euro ausgegangen.

Für Ernährungssicherheit sorgen

„Wir hatten im November 2021 – also weit vor den gerade marktprägenden Ereignissen – bewusst konservativ geplant“, erklärte Dr. Köckler und hob dabei auf den Krieg in der Ukraine ab, der seit dem 24. Februar über Nacht alles verändert hat. „Unsere Gedanken sind in diesen Tagen vor allem bei den Menschen, die Angst um ihr Leben haben, Hab und Gut verlieren oder in der Sehnsucht nach Frieden auf der Flucht sind“, sagte der AGRAVIS-Vorstandschef. „Die kriegerischen Auseinandersetzungen haben fundamentale Auswirkungen auf unser Geschäft und auch auf die Struktur der heimischen Landwirtschaft. In diesen Zeiten ist es unsere Aufgabe, mit für Ernährungssicherheit zu sorgen. Diese ist neben der freiheitlich-rechtlichen Grundordnung, der Sicherheit durch Verteidigung, der Energieversorgung ein elementarer, systemrelevanter Grundpfeiler unserer Gesellschaft“, unterstrich Dr. Köckler.

Versorgung mit Betriebsmitteln sichergestellt

Aktuell seien die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine für den Agrarhandel und damit auch für den AGRAVIS-Konzern weiterhin beherrschbar. „Sie sind aber dennoch maximal fordernd angesichts stark steigender Preise, knapper Verfügbarkeiten und volatiler Marktverläufe.“ Als systemrelevantes Unternehmen komme die AGRAVIS ihrem Versorgungsauftrag gegenwärtig vollumfänglich nach. Aufgrund abgeschlossener Kontrakte und Vorverkäufe mit der Industrie und der Landwirtschaft sei die Versorgung mit Betriebsmitteln für die nächsten Monate sichergestellt. Das gelte auch für die Rohkomponenten, die für die Futtermittelherstellung benötigt werden.

Fehlende Mengen bei Bio-Soja und Rapssaat

Aber, so fügte Dr. Dirk Köckler einschränkend hinzu: „Produktzusagen wie Gentechnikfreiheit oder Bio sind nicht für das Gesamtsortiment aufrechtzuerhalten.“ Ursache hierfür seien fehlende Mengen beispielsweise an Bio-Soja und Rapssaat aus der Ukraine. Angesichts der Produktionsausfälle in der Ukraine werde sich die Versorgungslage verschärfen. „Wir bieten der Bundesregierung und weiteren Entscheidungsträgern deshalb den konstruktiven Austausch zur Gestaltung der Lagerhaltung, Exportpolitik und dem Umgang mit Produktionsverfahren an. Wir sind zuversichtlich, dass wir hier mit unserer Expertise zu einer realistische Neueinschätzung und Bewertung der Lage kommen.“

Fairer Interessenausgleich zwischen Ökonomie und Ökologie

Die aktuelle Situation verlange eine neue Priorisierung. Die Versorgungssicherheit habe absoluten Vorrang. Dennoch betonte der AGRAVIS-CEO mit Blick auf den Klimawandel: „Deshalb stellen wir die Transformation der Landwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz bei einem gleichzeitigen fairen Interessenausgleich zwischen Ökonomie und Ökologie nicht infrage.“ Die enormen Preisrisiken in Verbindung mit engen Versorgungsbilanzen richteten deshalb das Scheinwerferlicht noch ein bisschen intensiver als ohnehin schon auf das Thema Nachhaltigkeit. Als Beispiele für markttaugliche, ganzheitliche Konzepte, die die AGRAVIS ihren Kund:innen biete, nannte er das MX-Konzept für Rinderfutter (https://www.agravis.de/de/tierhaltung/fuettern/rinder-und-kaelber/methanreduktion-mit-dem-mx-konzept.html), das zu einer deutlichen Methanreduktion führe, und den Einsatz von Feldrobotik. Hier starte in diesem Jahr der Vertrieb von zwei Maschinen im Zusammenspiel der Bereiche Landtechnik, Pflanzenbau und Digitalisierung. „Wir denken voraus und suchen aktiv nach Lösungen für unsere Kundschaft, gemeinsam mit innovativen Entwicklern und Herstellern. Auch das verstehen wir unter ‚Gemeinsam stark'“, führte Dr. Köckler aus.

Alternativen zu fossiler Energie

Angesichts der galoppierenden Energiepreise arbeitet der AGRAVIS-Konzern in zunehmendem Maße auch an Alternativen zu fossiler Energie. „Biomethan für den Kraftfahrzeugmarkt steht ebenso auf unserer Agenda wie die CO2-Neutralität unserer Standorte“, informierte der Vorstandsvorsitzende. Erste Schritte seien gemacht: CO2-Bilanzen für die Futtermittelstandorte würden erstellt, um konkrete Handlungsansätze für Produktion, Sortiment und Logistik zu bekommen. An verschiedenen AGRAVIS-Standorten werde eigener Solarstrom produziert, der größtenteils selbst genutzt wird. An weiteren seien Photovoltaik-Anlagen in Bau. Darüber hinaus erhalten 312 Standorte bilanziell grünen Strom.

Genossenschaftlicher Verbund als Kraftspender

Der AGRAVIS ist laut Köckler bewusst, dass die enormen Preisvolatilitäten Chance und Risiko gleichermaßen bedeuten. Die hohe Inflation aus dem vergangenen Jahr werde so schnell nicht wieder verschwinden, wie die jüngste Preisentwicklung im März und April nochmal deutlich zeigte. Dazu kämen fragile Lieferketten und anhaltend hohe Frachtkosten in der Logistik. „Wir stellen uns dieser Situation mit maximaler Fokussierung auf eine konsequente Kostendisziplin. Dies beschleunigt die Straffung von Strukturen und Prozessen und fordert die gleichzeitige konsequente Ausrichtung auf die Bedarfe unserer Kundinnen und Kunden.“ Die dafür erforderliche Kraft schöpfe die AGRAVIS aus dem genossenschaftlichen Verbund. „Gemeinsam mit den Raiffeisen-Genossenschaften haben wir die Infrastruktur und das Know-how, haben wir die Kundennähe und die konsequente Kundenorientierung, um der starke Partner für die Landwirtschaft zu sein.“

Brückenbauer und Digitalisierungstreiber

Dieser Verbundgedanke werde bereits proaktiv an vielen Stellen gelebt. Aktuelle Beispiele seien die geplanten gemeinsamen Logistikstandorte in Cloppenburg und Nottuln oder auch die Übernahme des Warengeschäftes von der Raiffeisen Warenhandel GmbH in Rosdorf durch unsere Konzerngesellschaft AGRAVIS Niedersachsen-Süd GmbH zum 1. Januar dieses Jahres. „Dem scharfen Wettbewerb in der Agrarbranche stellen wir uns auch 2022 mit Demut – um stets ein bisschen besser zu werden und mit den Anforderungen zu wachsen. Dabei füllen wir gern weiterhin proaktiv unsere Rolle als Brückenbauer und Digitalisierungstreiber aus“, blickte der Konzernchef zum Abschluss trotz aller Herausforderungen optimistisch nach vorn.

Weitere Berichte unter agrav.is/hv (https://www.agravis.de/de/ueber-agravis/investor-relations/hauptversammlung)

Die AGRAVIS Raiffeisen AG ist ein modernes Agrarhandelsunternehmen in den Segmenten Agrarerzeugnisse, Tierernährung, Pflanzenbau und Agrartechnik. Sie agiert zudem in den Bereichen Energie und Raiffeisen-Märkte einschließlich Baustoffhandlungen soüberwie im Projektbau. Die AGRAVIS-Gruppe erwirtschaftet mit über 6.300 Mitarbeiter:innen 7,3 Mrd. Euro Umsatz und ist als ein führendes Unternehmen der Branche mit mehr als 400 Standorten überwiegend in Deutschland tätig. Internationale Aktivitäten bestehen über Tochter- und Beteiligungsgesellschaften in mehr als 20 Ländern und Exportaktivitäten in mehr als 100 Ländern weltweit. Der Unternehmenssitz ist Münster.
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AGRAVIS: Ackerbau-Versuchsprojekt erhält DLG-Auszeichnung

AGRAVIS: Ackerbau-Versuchsprojekt erhält DLG-Auszeichnung

In Zusammenarbeit mit der AGRAVIS Raiffeisen AG (https://www.agravis.de/de/) und Schmotzer Hacktechnik starteten die Amazonen-Werke in 2020 ein neues, langfristig angelegtes Ackerbau-Versuchswesen. Unter dem Titel “ Controlled Row Farming (https://www.agravis.de/de/pflanzenbau/versuchswesen/controlled-row-farming.html)“ (CRF) wurde ein vollkommen neues Ackerbauverfahren für die Landwirtschaft vorgestellt, bei dem jede pflanzenbauliche Maßnahme im Bezug zu einer festen Reihe erfolgt. Jetzt hat das Projekt die Auszeichnung „DLG-Agrifuture Concept Winner 2022“ erhalten.

Beim Controlled Row Farming werden sämtliche Kulturpflanzen in einer Reihenweite von 50 Zentimeter angebaut – wobei die Saat des Getreides in Doppelreihen erfolgt. Je nach Fruchtfolge kann die Reihe um 25 Zentimeter versetzt werden, um zum Beispiel den Vorfruchtwert der Untersaat zu nutzen. Die Saat erfolgt in der Regel in Kombination mit reihenorientierter Düngung. Der Pflanzenschutz erfolgt überwiegend reihenbezogen mittels Bandapplikation auf die Reihe und mit Dropleg-Systemen in den höheren Beständen. Sämtliche Arbeitsgänge werden mit hochgenauer Spurführung per RTK-GPS und Kamerasteuerung durchgeführt. Die Hacktechnik dient der mechanischen Unkrautbekämpfung in Kombination mit reihenbezogenem Pflanzenschutz, gezielter Düngerapplikation und Saat von Begleitpflanzen zwischen den Reihen. Diese Begleitpflanzen – ohne direkten Kontakt zum Pflanzenschutz – sollen einen positiven Beitrag zur phytosanitären Unterstützung der Hauptkultur, zur Bodenfruchtbarkeit und zur Biodiversität leisten. Je nach Kultur und Witterungsverlauf werden diese Begleitpflanzen aktiv im Bestand geführt, um die Ernte der Kulturpflanzen sicherzustellen.

Die Ackerbau-Expert:innen und Entwickler:innen der Amazonen-Werke und der Schmotzer Hacktechnik testen und entwickeln in den Versuchen neue Technologien und Werkzeuge. Die Pflanzenbau-Vertriebsberatung der AGRAVIS übernimmt mit ihrem Fachwissen die Versuchsplanung, wählt die Sorten und die Betriebsmittel aus und begleitet den Anbau über die gesamte Saison. Zusätzlich unterstützen die Expert:innen von AGRAVIS NetFarming sowie die AGRAVIS Technik mit neuen Methoden und Technologien. Die Nutzung und Erprobung digitaler Methoden von der Standorterfassung über den Maschineneinsatz bis zur Bonitur der Bestände und der Auswertung der Erträge ist Teil des CRF-Projektes. Die Vision: ein bedarfsgerechter Einsatz von Betriebsmitteln zur Erzielung angemessener Erträge und Erlöse in Kombination mit einem maximalen Beitrag zur Biodiversität.

Zwei Jahre nach dem Startschuss ist das CRF-Versuchswesen im Rahmen der Agritechnica mit dem „DLG-Agrifuture Concept Winner 2022“ ausgezeichnet worden. Aus einer Shortlist von zehn nominierten Innovationen wurden erstmalig fünf „DLG-Agrifuture Concept Winner“ für landtechnische Pionierarbeiten und Zukunftsvisionen gekürt. Die neue Auszeichnung konzentriert sich auf die technischen Möglichkeiten in den kommenden fünf bis zehn Jahren und nimmt die realistischen Umsetzungschancen in den Blick.

Dass das Projekt eine Zukunft hat, untermauern die ersten Beobachtungen und Erkenntnisse aus den Versuchen im Weizen und der Wintergerste. Es stellte sich heraus, dass moderne Getreidesorten den weiteren Reihenabstand doppelt kompensieren können. Trotz halber Aussaatstärke ist der Ertrag gleichgeblieben. „Wir gehen davon aus, dass in Zukunft die Fruchtfolge, statt 70 bis 80 Prozent Getreide, nur noch 50 bis 60 Prozent Getreide enthalten wird. Das macht es umso wichtiger, dass wir mit dem Reihenabstand nicht an Ertrag einbüßen“, betont Franz Schulze Eilfing, Bereichsleiter der Pflanzenbau-Vertriebsberatung bei der AGRAVIS. Darüber hinaus konnte in den ersten Versuchen beobachtet werden, dass die Kulturen bei weitem Reihenabstand eine Ähre pro Pflanze mehr ausgebildet haben und zum anderen eine zur Reife hin länger grün bleibende Blattetage aufweisen. Daraus lässt sich schließen, dass bei weiteren Reihenabstände, die grüne Blattmasse länger erhalten bleibt und damit die Photosyntheseleistung der Einzelpflanze erhöht wird, was sich wiederum positiv auf das Tausendkorngewicht und die Anzahl der Körner pro Ähre auswirkt.

Die Versuche im Rahmen des CRF-Versuchswesens werden weiter gehen. Auch um in Zukunft die Fruchtfolgeeffekte und die Auswirkungen auf die Biodiversität näher beschreiben zu können. „Durch die unterschiedlichen Begleitsaaten erhöhen wir die Biodiversität auf der Fläche. Doch wie sich die Wurzeln und die Wurzelausscheidungen der verschiedenen Pflanzen auf das Bodenleben auswirken, wissen wir noch nicht. Ziel ist es auch, dies in Zukunft genauer zu untersuchen.“

Weitere Infos unter agrav.is/crf (https://www.agravis.de/de/pflanzenbau/versuchswesen/controlled-row-farming.html).

Die AGRAVIS Raiffeisen AG ist ein modernes Agrarhandelsunternehmen in den Segmenten Agrarerzeugnisse, Tierernährung, Pflanzenbau und Agrartechnik. Sie agiert zudem in den Bereichen Energie und Raiffeisen-Märkte einschließlich Baustoffhandlungen soüberwie im Projektbau. Die AGRAVIS-Gruppe erwirtschaftet mit über 6.300 Mitarbeiter:innen 7,3 Mrd. Euro Umsatz und ist als ein führendes Unternehmen der Branche mit mehr als 400 Standorten überwiegend in Deutschland tätig. Internationale Aktivitäten bestehen über Tochter- und Beteiligungsgesellschaften in mehr als 20 Ländern und Exportaktivitäten in mehr als 100 Ländern weltweit. Der Unternehmenssitz ist Münster.
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AGRAVIS: Neuer Geschäftsbericht und neues Nachhaltigkeitsmagazin

AGRAVIS: Neuer Geschäftsbericht und neues Nachhaltigkeitsmagazin

„Gemeinsam stark. Für Innovation und Nachhaltigkeit“: Der diesjährige Titel des Geschäftsberichts sowie des Nachhaltigkeitsmagazins der AGRAVIS Raiffeisen AG (https://www.agravis.de/de/), ist eine Abwandlung des Unternehmensclaims „Gemeinsam stark. Für Land und Leben“. Dieser bringt Selbstverständnis und Zukunftsbild des Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehmens auf den Punkt. Auch in diesem Jahr erschienen die Publikationen als informativer Doppelpack und sind auf der Konzernwebsite ab sofort online.

Der Geschäftsbericht des AGRAVIS-Konzerns stellt ausführlich die Geschäftsentwicklung im Jahr 2021 dar, einschließlich der strategischen Ausrichtung des Unternehmens und eines Prognoseteils für das laufende Geschäftsjahr. Darüber hinaus enthält der Bericht einen umfangreichen Anhang mit detaillierten Zahlen.

Hier (https://www.agravis.de/de/ueber-agravis/geschaeftsbericht/) erhalten Sie den Geschäftsbericht als PDF und Flipbook sowie viele weitere Informationen.

Wirtschaftlichkeit, Wertschätzung und Ressourcenschonung – das sind die drei Fixpunkte der AGRAVIS-Nachhaltigkeitsstrategie, an denen sich das AGRAVIS-Nachhaltigkeitsmagazin 2021 ausrichtet. Im Mittelpunkt des Magazins stehen nachhaltigkeitsrelevante Themen und Zahlen aus dem Jahr 2021.

Hier (https://www.agravis.de/de/ueber-agravis/nachhaltigkeit/) erhalten Sie das Nachhaltigkeitsmagazin als PDF und Flipbook sowie viele weitere Informationen.

Die AGRAVIS Raiffeisen AG ist ein modernes Agrarhandelsunternehmen in den Segmenten Agrarerzeugnisse, Tierernährung, Pflanzenbau und Agrartechnik. Sie agiert zudem in den Bereichen Energie und Raiffeisen-Märkte einschließlich Baustoffhandlungen soüberwie im Projektbau. Die AGRAVIS-Gruppe erwirtschaftet mit über 6.300 Mitarbeiter:innen 7,3 Mrd. Euro Umsatz und ist als ein führendes Unternehmen der Branche mit mehr als 400 Standorten überwiegend in Deutschland tätig. Internationale Aktivitäten bestehen über Tochter- und Beteiligungsgesellschaften in mehr als 20 Ländern und Exportaktivitäten in mehr als 100 Ländern weltweit. Der Unternehmenssitz ist Münster.
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